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An meine Mitbürger über das Edikt welches im Königlich-Preußischen Staat die künftigen Verhältnisse zwischen den Gutsherren und Bauern feststellet / von einem Preußischen Patrioten
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das größere Betriebskapital nehmen, um zugleich Saaten, Gebäude anzu- schaFen? um Tagelöhnerwohnungen zu bauen?

Das Edikt weiset hiezu sc<on die Mittel an, oder giebt dazu Fingerzeige.

Man vergesse auch nicht, daß der Otenst noch vier bis fünf Jahre fortdauern soll, welches auch nothig ist, damit die nöthigen Borbereitungen erfolgen können.

Wir werden schon viel gewinnen, wenn wir nur richtig rechnen wollen. Dann wird sich zeigen, daß uns 700 gut bestellte kräftige Morgen oft mehr reinen Ge- winn(und von diesem kann nur die Rede seyn) bringen, als 1000 schlechte, daß 20 gutgenährte Kühe eben so viel reinen Ertrag gewähren, und so viel Dünger produziren, als 40 bis 60 schlecht genährte; daß ein gut genährtes Arbeitshaupt eben so viel leistet, als zwei schlechte; daß ein Berdungarbeiter oft eben so viel thut, als drei Dienst-,(oft seibst auch Gesinde)- Arbeiter. Man ziehe das, was in Il. gesagt ist, in sorgfältige Erwägung. Bei genauer Prüfung wird sich auch finden, daß wir uns oft statt kostbarer Scheunen, mit Feimen eben so gut behelfen können, als es an vielen andern Orten geschieht; daß wir, der Zahl nach, den Viehstand nicht vermehren, und also darin kein besonderes Kapital stecken dürfen, also auch Gebäu- deraum für selbiges genug haben; daß es endlich viele Menschen geben wird, die sich allenfalls felbsi eine Hütte bauen werden, wenn man ihnen so viel von dem über- flüßigen Lande giebt, daß ste eine Kuh haiten(Rn und wenn sie nur erwarten dürfen, daß ste beständigen Verdienst haben werden. Verschwinden wird also das Gespenst, welches uns so sehr beunruhigt. Cinst werden wir uns schämen, daß wir uns haben dagur fürchten können. 1;

14.

Wenn also die Rittergutsbefiger die bessere Intelligenz und die Mittel, wel- <he ihnen der Staat durch das Cdikt anweiset, nußen, wenn diejenigen, bei welchen das Vorurtheil eingewurzclt ist: ,, daß ein gutsherrlicher Wohnsiß deshalb einen ge- ringern Werth habe, weil an dem Orte noch mehrere kleine Eigenthümer sind, demjelben entsagen wollen; so wird wesentlich von ihnen niemand verlieren, wohl aber haben ste die Aus/:;cht zu gewinnen; beides ist in ihrer Hand. Die Par- zellrrungsbefugniß wird manche Familie erhalten, welche sonst unvermeidlich zu Grunde gehen müßte. Sie wird große Unbilligkeiten verhüten.=- Es wird stär- ker gebauet werden: die Waldungen und Baumaterialien werden also einen größeren Werth bekommen. Ueberhaupt werden die wohlhabendern Bauern der Herrschaft gern Grundstücke abfaufen und diesc dadurch im Preise steigen. Möglich itt es-indeß, dennoch, daß dieser oder jener zu Grunde gehetz aber einem solchen. hätte man-ohne= dies nicht helfen Fönnen.

c) Die Gutsbesißer ohne Dienst- oder Pachtbauern. 15. Diese waren früherhin gegen die andern in einer schlechteren: Lage, weil ge= wissermaßen viele Staats: Einrichtungen sich nach dem Dienst-Syjtem richten: mußten; sie