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An meine Mitbürger über das Edikt welches im Königlich-Preußischen Staat die künftigen Verhältnisse zwischen den Gutsherren und Bauern feststellet / von einem Preußischen Patrioten
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dauten und Behofiwehrungen verzehrten sehr oft die ganze Pacht oder den Dienft-| werrh auf sehr viele Jahre.|

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In jedem Falle hielt sich der Staat, wenn der Bauer die Staats- Lasfien nicht tragen konnte, an dem Gutsbesitßer, der, kamen noch Ungläcsfälle hinu, dadurch gänzlich zu Grunde gerichtet werden konnte. Da der Staat dem Guts- besißer nie die Befugniß eingeräumt hatte, einen Bauerhoff einzuziehen, da er ihn vielmehr zwang, verwüstete Höfe auf seine Kosten wieder herzustellen; da er von dem Bauerhofe Soldaten, Vorspann, Fouragelieferung, Schanzarbeiten 2. for- derte,-so besaß= genau genommen=- der Staat, der Gutsbesißer und der Bauer einen Bauerhof gemeinschaftlich.

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Jn ölteren Zeiten fühlte man das Harte, das Drücende und Ungewisse dieser Verhältnisse, und das Gefährliche, was darin für den Staat lag, nicht so sehr. Als sich aber überhaupt andere Begriffe entwickelten, als man anfing, Verglei- hungen anzustellen, da trat dies alles sehr grell aus dem bisherigen Hintergrunde hervor. Das, was man fühlte, wurde lauter. Eine heimliche Feindschaft zwischen dem Gutsherrn und den bisherigen Unterthanen hatte schon immer Stätt gefunden, wie dies stets der Fall ist, wenn die gegenseitigen Befugnisse und Pflichten nicht klar und nicht billig sind. Staat, Gutsbesißer und Unterthanen wurden dadurch ge- trennt. Gegenseitiges Mißtrauen entstand. Die Moralität und der Charakter litt; selbst der physische Zustand und die Kultur des Bodens wurde verschlechtert.

5- N Schon Friedrich der Große sah nun, daß das alte Gebäude baufällig geworden war; er fing an, zu repariren; davon zeugen vielfältige Verordnungen während seiner ganzen Regierung; seine Nachfolger folgten ihm. Die Zeit- Uin- stände, und die unterdeß mehr geläuferten Begriffe gebothen aber, das Gebäude noc<h genauer zu untersuchen. Da fand sich denn, daß das Fundament gelitten hatte, daß keine Reparatur mehr helfen könne, sondern ein Neubau nöthig seyz man wollte dennoch eine Reparatur versuchen. Man hob die persönliche Unterthänigkeit auf, man wollte no< andere, nicht kostbare, Ber- suche machen. Man wollte eine so schädliche als gefährliche Gemeinheit gewisser maßen auf eine indirecte Weise aufheben. Bald überzeugte män sich von der Un- zulänglichkeit der deshalb ergriffenen Maaßregeln und von der Nothwendigkeit daß schnelles Abbrechen und noc< schnelleres Wiederaufbauen durchaus nothwendig sey, wenn das alte Gebäude nicht von selbst zusam- menstürzen, die alten Materialien größtentheils unbrauchbar, und den Wiederaufbau, wenn nicht unmöglich machen, doch verzögern sollte. Es giebt indeß dennoch auch Viele, welchen diese Nothwendigkeit noch nicht einleuchten will; sie stüßen sich darauf: daß die alte Einrichtung viele Jahrhun- derte bestanden habe, und. daß es auch unter den Dienstbauern wohlhabende Men- '; schen