Periodikum 
Die Feier von Kaisers Geburtstag und der Reichsgründung veranstalten am ... an der Universität Giessen
Entstehung
[Erscheinungsort nicht ermittelbar] Im Digitalisierungsprozess 1915 ; damit Ersch. eingest., 1915-1915
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Hochgeehrte versammlung! Liebe Kollegen und Kommilitonen! Wenn man in der Geschichte nach einemn Beispiel für die Lage des deutschen Volkes in diesem groſßten Kriege sucht, zo bietet sich eigentlich nur eines dar: der Kampf des preuſtischen Staates unter Friedrich dem Großen gegen die ihn umgebenden europäischen Großmächte. Die Gestalt des alten Fritz ragt in scharfem Umriſß aus dem Nebel jener Zeit hervor. Er bewirkte im jährigen Krieg, daß Preußen zu einer deutschen Vormacht im Rahmen des buntgestalteten alten Reiches wurde, und befestigte durch eine langjährige Friedensarbeit sein Werk. letzt kämpft das neugeeinte deutsche Reich und Volk unter Führung zeines Kaisers zusammen mit Osterreich gegen eine Welt in Waffen, nicht nur gegen die Hauptmächte Europas, vondern auch gegen ihre Verbün- deten und ilfstruppen aus Asien und Afrika. Während bei Friedrich dem Großen die Friedensarbeit demm Kampfe in der Hauptsache folgte, hat Seine Majestät Kaiser Wilhelm U. zeit langen Jahren immer mehr den Namen des Friedens- Kaisers verdient, bevor dieser große Krieg über Deutschland hereinbrach. Und er bleibt auch jetzt, wo er inmitten der deutschen Truppen im Felde steht und in leitender Stelle an dem großten Sckicksal der Zeit teilnimmt, der Friedens- kaiser, unter dem sich das deutsche Volk in ruhiger Entfal- tung seiner Kräfte und Anlagen zu dem gewaltigen natio-

nalen Körper entwickelt hat, den jetzt unsere Feinde ver-