Jahrgang 
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Mittwoch, 6. November 1940 /Nummer 308 Das zahnärztliche Inſtitut der Univerſität

Der Rektor der Univerſität, Profeſſor Dr. Kranz, ſagte anläßlich des Feſtaktes zur Er⸗ öffnung der Gießener Univerſitätswoche in ſei⸗ nem Jahresbericht u. a.,daß es ſich als drin⸗ gend notwendig erwies, den ſchon ſeit Jahren gehegten Plan der Einrichtung eines zahn⸗

ärztlichen Inſtitutes in die Tat umzu⸗

ſetzen. Daß dies trotz der notwendigen Rohſtoff⸗ einſchränkung und des ſparſamſten Gebrauches finanzieller Mittel, unter allen Umſtänden durchgeführt werden mußte, ergab ſich vor allem daraus, daß durch die Prüfungsordnung für Medizinſtudierende auch ein Kolleg über Zahn⸗ V heilkunde gefordert wurde. Das, wie erwähnt,

ſeit Jahren geplante Vorhaben der Gründung eines zahnärztlichen Inſtitutes. durchzuführen, war jedoch nur möglich durch die tatkräf⸗ tige Hilfe unſeres Gauleiters, dem wirſon dieſer Stelle auch hierfür ganz beſonders hanken.

Dieſes zahnärztliche Inſtitut, mit dem eine Poliklinik verbunden iſt, und das unter der Leitung des praktiſchen Zahnarztes Dr. Carl Schott(übrigens eines Oberheſſen) ſteht, der an den Univerſitäten Würzburg, Mar⸗ burg und Gießen ſtudiert hat, wurde in der Balſerſchen Stiftung in der Wilhelmſtraße untergebracht. Es iſt jederzeit erweiterungsfähig und ſoll ſpäter in dem großen Kliniksbau untergebracht werden, der an der Frankfurter Straße zu ſtehen kommt, und der außer dem Inſtitut für Erb⸗ und Raſſenpflege auch die Univerſitäts⸗ Apotheke aufnehmen wird.

Die feierliche Eröffnung des zahnärztlichen Inſtitutes wurde durch den Rektor der Univer⸗ ſität, Profeſſor Dr. Kranz, in deſſen Beglei⸗ tung ſich Kreisleiter Backhaus, Oberbürger⸗ meiſter Ritter, ſowie der Senat und die Pro⸗! ſeſſoren befanden, vorgenommen. Der Leiter des Inſtituts, Dr. C. Schott, nahm dabei Gele⸗ genheit, dem Rektor an dieſer Stelle ſeinen Dank für den ihm übertragenen Lehrauftrvag an dem neugeſchaffenen zahnärztlichen Inſtitut der Univerſität abzuſtatten. Dabei ging er auch auf die Vorgeſchichte des Inſtituts ein. Wie er ausführte, gingen die erſten Beſtrebun⸗ gen einer Angliederung der zahn⸗mediziniſchen Fakultät an die mediziniſche Fakultät bis auf das Jahr 1899 zurück. Damals war es der im