Jahrgang 
2
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Die enge Verbundenheit zwiſchen der Stadt Gießen und ihrer Univerſität kommt heute wieder beſonders zum Ausdruck. Daß der Um⸗ bau der Univerſität möglich geweſen iſt, iſt ein Zeichen der unerſchöpflichen Schaffenskraft unſeres Volkes. Der Initiative des derzeitigen Rektors, Pg. Kranz, iſt es zu danken, daß der Umbau durchgeführt wurde, wie er auch alles daranſetzte, um der Univerſität einen neuen Auf⸗ trieb zu geben. Als Oberbürgermeiſter der Stadt Gießen war es mir daher eine angenehme Ver⸗ pflichtung, bei der Umgeſtaltung des Univerſi⸗ tätsgebäudes mithelfen zu können. Der Eingang zur Ludoviciana hat ſchon lange nicht mehr das repräſentative Geſicht gejeigt, das ihrer großen Tradition entſpricht. Deshalb habe ich mich ent⸗ ſchloſſen, den Umbau, auch an der Straßenfront, durchzuführen, um der Univerſität auch ſchon rein äußerlich das Gepräge zu geben, das ihr zu⸗ kommt.

Die Aufgaben, die der Univerſität geſtellt werden, werden erfüllt, zumal ein neuer Geiſt bei der Dozentenſchaft eingezogen iſt. Leider ſtehen der Stadt nicht die Mittel zur Verfügang wie einer Großſtadt. Dafür hat Gießen er andere Vorzüge, die vor allen Dingen dahkin liegen, daß der junge Student hier den Boden zu wirklicher Arbeit vorfindet. Hier in der Kleinſtadt iſt er bald mit ſeinen Dozenten be⸗ kannt und wird raſch aufgenommen in die große Familie. Der ſchöne Garten des Heſſenlandes bietet ihm außerdem Gelegenheit, ſich durch Aus⸗ e aller Art neue Kraft und Sammlung zu

olen.

Ich übergebe nun dieſe Arbeiten, die dem An⸗ ſang zum weiteren Ausbau der Univerſität dienen, in einem Zeitalter von gewaltiger Größe, in dem es faſt ſchwer fällt, mit dem Ge⸗ ſchehen Schritt zu halten. Der Abwehrkampf des deutſchen Volkes erfordert heute die Anſpannung aller Kräfte. Ihnen, Gauleiter, verſprechen wir, mit aller Kraft an die Aufgaben heranzugehen, um den Weg zu ebnen für eine ſchöne und ſegensreiche Zukunft.

Nach der Anſprache des Oberbürgermeiſters, die mit der Ueberreichung der Schenkungs⸗ urkunde(über Umbau und Mobiliar) der Stadt an die Univerſität endete, ſprach der Gauleiter.

Die Anſprache des Gauleiters

Er gab eingangs ſeiner Freude Ausdruck, daß er die Vorausſetzungen, die er bei ſeinem erſten Beſuch in Gießen an die Einrichtungen der Uni⸗ verſität geknüpft habe, mehr und mehr erfüllt ſähe. Insbeſondere, ſo ſagte der Gauleiter wei⸗ ter, danke ich Ihnen, Magnifizenz, daß die Ent⸗ wicklung der Landesuniverſität unter Ihrer Füh⸗ rung ſo ungeheure Fortſchritte gemacht hat. Ihrer Initiative allein iſt es zu danken, daß die Neuweihe der Univerſität trotz des Krieges ſtattfinden kann. Beſonderer Dank gebührt auch dem Oberbürgermeiſter der Stadt Gießen, durch deſſen Tatkraft das Werk durchgeführt wurde.