ßen, ſo daß ich die Schaffung eines neuen
Univerſitätswappens bald in Angriff
nehmen konnte. Das jahrhundertealte Siegel mit
dem Kopf des Univerſitäts⸗Gründers haben wir
beibehalten, das orientaliſche Tau iſt jedoch ver⸗
ſchwunden und durch das alte Wappen des heſſi⸗ ſchen Löwen erſetzt worden. Ich glaube, daß hierdurch die Tradition in beſonderem Maße ge⸗ wahrt wurde, indem durch den heſſiſchen Löwen
nunmehr die über 300 jährige Landſchaftsgebunden⸗
heit unſerer Univerſität beſonders ſichtbar zum
Ausdruck kommt. Ich möchte aber nicht die Ge⸗
legenheit verſäumen, der Stadt Gießen hier⸗
mit von dieſer Stelle aus meinen herzlichſten Dank auszuſprechen, daß ſie die Vorausſetzungen dafür geſchaffen hat, eine Aenderung unſeres Univerſi⸗
tätswappens mühelos vorzunehmen.— Wir haben
weiterhin im Laufe des Jahres die alten wenig kleidſamen ſchwarzen Talare als Amtstracht abgelegt und dafür eine neue entworfen und an⸗ genommen, in welcher der Senat bereits vor eini⸗ gen Monaten bei der 333 jährigen Gründungsfeier zum erſten Male erſcheinen konnte. Es war fer⸗
ner möglich, die Vorbereitungen zum Abſchluß zu
bringen, um unſeren Studierenden die Möglich⸗ keiten des Winterſportes auf dem Hoherodskopf weſentlich zu erleichtern. Im nächſten Jahre wird auf dem Hoherodskopf eine Skihütte der Gießener Univerſität erbaut werden.— Es war ferner im Intereſſe unſerer Studierenden notwendig, eine Angleichung der Stu⸗ diengebühren an die preußiſchen Gebühren herbeizuführen. Wenn ſich trotz des Krieges hier⸗ bei die Möglichkeit einer Löſung ergab, ſo iſt auch das wiederum der Sorge und Mithilfe unſeres Gauleiters zu verdanken. 3
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Der repräſentative Umbau Ich habe es nun ferner von Anfang meines Rektorates an für notwendig gehalten, der Uni⸗ verſität als ſolcher auch nach außen hin den ſichtbaren Ausdruck neuen Lebens⸗ und Aufbauwillens zu geben. habe im Verlauf dieſes Bemühens eine Mög⸗ lichkeit finden können, dies zu verwirklichen. Dem Weitblick, der Zielſtrebigkeit und der praktiſchen Hilfe unſeres Oberbür germeiſters Pg. Ritter, Ehrenſenators der Univerſität, iſt es letzten Endes zu verdanken, daß unſer Vorleſungs⸗
gebäude nunmehr auch nach außen hin nicht nur die Tradition einer der älteſten deutſchen Hoch⸗ ſchulen würdig zum Ausdruck bringt, ſondern auch unſeren Nachkommen rep räſentativ den Eindruck einer großen Zeit Deutſchlands vermit⸗ telt. Ich hoffe, daß diejenigen, die nach uns kom⸗ men werden, in dem Umbau unſeres Vorleſungs⸗ Gebäudes, den wir heute einweihen, ein Dokument dafür ſehen, daß wir als Zeitgenoſſen Adolf Hit⸗ lers die Größe der Zeit erkannt haben und ihr hiermit auch von uns aus ein Denkmal ſetzen woll⸗ ten. Unſere Gießener Kulturſtätte hat in dem heroiſchen Zeitalter des nationalſozialiſtiſchen Deutſchlands meines Erachtens die Pflicht, die Einmaligkeit des heutigen Geſchehens auch baulich zu dokumentieren. Wenn die Neubauarbeiten bei der heutigen Einweihung noch nicht völlig vollendet werden können, ſo wird dies wohl durch die Um⸗
ſtände der Zeit ohne weiteres entſchuldigt.


