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inneren Vertiefung und Stärkung unſerer Kultur und unſeres Kultur⸗ bewußtſeins not zu tun, daß unſer Volk zu der neuen Aufgabe ge⸗ weckt werde. Hierzu aber kann die Regierung nichts tun ohne die ſtete Anterſtützung und Mitarbeit der gebildeten Schichten. Die ge⸗ bildeten Schichten auf dieſe Aufgabe hinzuweiſen, dazu können die geiſtigen Führer des modernen Deutſchland das meiſte beitragen; und alles, was Sie in dieſer Richtung anregend und begeiſternd wirken, wird Ihnen die weltpolitiſche Zukunft unſeres Volkes danken.“
V
Elſäſſiſche Studenten des 18. Jahrhunderts in Gießen.
Huf die Anregung der Schriftleitung in der Märznummer E 1913 hin habe ich es unternommen, Nachforſchungen
Ac nach elſäſſiſchen Studenten anzuſtellen, die im 18. Jahr⸗ hundert in Gießen ſtudiert haben. Als Quellen kommen in Betracht: das Aniverſitätsarchiv, die Aniverſitätsmatrikel und F. C. Laukhards Werke. Herr Bibliothekar Dr. Lehnert (Gießen) hatte die Freundlichkeit, das Aniverſitätsarchiv einer Durchſicht zu unterziehen, leider ohne ein Ergebnis von Belang, da nur wenige Akten aus der in Frage kommenden Zeit vorhanden ſind. Ich ſelbſt unterſuchte die Gießener Matrikel und die Selbſtbiographie Laukhards. Die Anter⸗ ſuchung erſtreckt ſich auf die Zeit 1736—89. Während dieſes Zeitraums gehörte Hanau⸗Lichtenberg zu Heſſen⸗Darmſtadt. Da in jener Graſſchaft nur Inländer angeſtellt wurden, gingen die elſäſſiſchen Studenten examenshalber nach Gießen, um der vorgeſchriebenen Pflicht, ein Jahr in Gießen zu ſtudieren, zu genügen. Vor Gießen ſuchten die meiſten Jena auf. Hier wie in Gießen ſpielten die Elſäſſer eine führende Rolle unter den Studenten. Laukhard ſpricht von ihnen als den„Mata⸗ dores“. An dem damaligen Ordensweſen nahmen ſie einen hervorragenden Anteil. 1772 gründen Elſäſſer aus der Graf⸗ ſchaft Hanau⸗Lichtenberg den Amiciſtenorden in Gießen. Wie


