Für Mathematik als Hauptfach erscheint ein Studium von sechs Semestern nicht ausreichend. Einzelne Studierende bringen allenfalls in dieser Zeit soviel vor sich, dass ihnen bei der Prüfung die Lehrbefähigung ohne Härte nicht ver- weigert werden kann; aber ihre Ausbildung bleibt wohl stets eine unbefriedigende. Um mathematisch denken zu lernen, Litteraturkenntniss zu erwerben und sich zu selbständiger Arbeit zu erziehen, ist es nothwendig, etwa acht Semester auf das Studium zu verwenden.
In den für Anfänger bestimmten Vorlesungen müssen auch Dinge erörtert werden, die viele Hörer auf der Schule kennen gelernt haben. Es wäre ein schwerer Fehler, solchen Theilen der Vorlesung in Verkennung des Unterschiedes zwischen schulmässigem Lernen und akademischem Studium keine Aufmerksamkeit zuzuwenden.
12. 7. 1901 100.


