Jahrgang 
1917
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Wäſchepakete. Es kann den Angehörigen von Kriegsgefangenen nicht genug empfohlen werden, von dieſer Verſorgungsmög⸗ lichkeit weitgehendſten Gebrauch zu machen, da ſit dann beim Bezirksausſchuß nur den entſprechenden Betrag zu zahlen haben und alles weitere von dieſer Stelle veranlaßt wird.

Wir zahlen in der Feit vom 1. Juni 1915 bis 31. Dezember 1916 11648 Eingänge und 20 178 Ausgänge, die in dem Verkehr mit den Angehörigen von Kriegsgefangenen zur Erledigung der

obengenannten Arbeit entſtanden ſind. Außerdem haben uns

obengenannten Arbeit entſtanden ſind. Außerdem haben uns 8292

Leute perſönlich aufgeſucht, um mündlich Rat und Auskunft

zu holen. Allwöchentlich gehen uns Berichte über die Zuſtände

in den Gefangenenlagern Rußlands, Frankreichs und Englands zu, die zwar zunächſt vertraulich ſind, uns jedoch in Stand ſetzen, über die Lager, die für die einzelnen von Intereſſe ſind,

Auskünfte zu erteilen. Schließlich übernahmen wir in größerem

Umfang auch die Übermittlung von Geldſendungen im Auftrag

von Angehörigen, neben unſeren eigenen Unterſtützungen, über

die weiter unten berichtet wird, und zwar ſind 675 Geld⸗ ſendungen von uns weitergeleitet worden.

Aber auch auf dieſem geſamten Arbeitsgebiet könnten die Angehörigen an einer erfolgreichen Durchführung noch in größerem Maße tätig mitwirken. Vor allem durch eine gewiſſen⸗ hafte Befolgung der ihnen übergebenen Poſtvorſchriften und Beachtung der darin enthaltenen Verbote, durch deren Um⸗ gehung die Gefangenen ſelbſt in empfindlicher Weiſe geſchädigt werden, namentlich, wenn verſucht wird, Briefe oder Zeitungen in Paketen einzuſchmuggeln. Insbeſondere iſt es hier wieder der Verkehr mit Kriegsgefangenen in Rußland, der beſondere Sorgfalt erfordert, doch kann im allgemeinen folgendes wieder⸗ holt hervorgehoben werden:

1. Man ſchreibe nicht zu oft, kurz, und eher Karten als Briefe; vermeide jede Anſpielung auf politiſche oder militäriſche Ver⸗ hältniſſe, ſchreibe nur mit Tinte in lateiniſchen Buchſtaben und benütze nie innen ausgefütterte Briefumſchläge, die natürlich nicht verſchloſſen ſein dürfen. Die Gefangenen wechſeln ſehr oft das Lager, darum treten häufig Stockun⸗ gen in der Beförderung der Poſt ein, und man beunruhige ſich deshalb nicht, wenn erwartete Nachrichten längere Zeit ausbleiben. Für Kußland iſt unter Umſtänden mit einer Pauſe von Monaten zu rechnen, während andererſeits be⸗ tont werden muß, daß Vermißte im weſtlichen Kriegsgebiet, die länger als ein Jahr ſelbſt keine Nachricht von ſich ge⸗ geben haben, nicht mehr als lebend anzuſehen ſind.

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