Klang Ihrer Stimme, mich gefangen genommen und aus mir altem Knaben einen wunderlichen verliebten Schwärmer gemacht haben.
Frau Tillmann.(aufſpringend). Ich kann nie die Ihrige werden, hören Sie wohl! Niemals! Was mich umgiebt, iſt ein Fluch— ich fühle es. Mein ganzes Leben ekelt mich an. Dächte ich nicht an mein Kind— ich hätte dieſem Daſein längſt ein Ende gemacht. Leben Sie wohl!
Direktor. Gehen Sie nicht ſo von mir. Oder fühlen Sie nicht, was in dieſer Stunde für uns beide auf dem Spiele ſteht? Sie können ſo nicht weiter leben und ich auch nicht. Etwas Heiliges und Großes, die Erziehung eines Knaben, dem wir unſere edelſten Gedanken und Empfindungen einprägen können, hat uns zuſammengebracht. Was hindert uns, daß wir völlig eins werden? Die Welt dachte uns unglücklich zu machen und in Unehren zu ſtürzen. Aber wir wollen ihr trotzen, uns gegen ſie verbinden und unſer Glück, wenn es ſein muß mit blutigen Fingern, erarbeiten— unſerem Kinde zu Liebe.
Frau Tillmann(bricht in Thränen aus. Bei den folgenden Worten des Direktors gewinnt ſie an zuverſichtlicher Haltung, ſo daß ſie zum Schluß wie verklärt zu ihm emporblickt).
Direktor(zieht ſie zu ſich empor). Komm, Geliebte, wir wollen gemeinſam der Höhe freier ſchöner Menſchlichkeit zu⸗ ſtreben. Amt und Titel ſchüttle ich wie Staub von meinen Füßen und blicke froh in die Zukunft. Mein ganzer Ehr⸗ geiz ſoll fortan ſein, Dich glücklich zu machen und unſeren Sohn wieder aufzurichten. Willſt Du, Geliebte?
Frau Tillmann(beſeligt an ſeiner Bruſt). Ja ich will.
Direktor. So laß uns nicht zurück, ſondern vorwärts blicken. Unſere Zukunft birgt zwei heilige Güter: Freiheit und Liebe!
(Vorhang fällt.) Satren
Ende.


