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Direktor. Glauben Sie das ja nicht. Ich bin im Grunde ein großer Egoiſt. Mein Amt und meine Wiſſen⸗ ſchaft haben einen ganz engen Kreis um mich gezogen. Ich bin in all den Jahren mit keinem Schritt darüber hinausgekommen.(Zögernd.) Als Sie ſich entſchloſſen, zu mir zu kommen, war es mir, als trete eine ganz neue Welt an mich heran.
Frau Tillmann. Und ſeltſam! Ich hatte trotz meiner Angſt gleich das Gefühl, ich müßte Ihnen alles, was mich bedrückte, anvertrauen.
Direktor. Wir haben nun beide eine gemeinſame Auf⸗ gabe.
Frau Tillmann. Meinen Sohn.
Direktor. Jawohl, und wir werden darüber noch ſprechen müſſen.
Frau Tillmann. Bitte, kommen Sie wieder.
Direktor. Ich komme!
Frau Tillmann. Alſo auf Wiederſehen.
Direktor. Auf Wiederſehen.(direktor ab.)
Achter Auftritt. Frau Tillmann. Nachher Dienſtmädchen Auguſte.
Frau Tillmann. Wenn das ein Hoffnungsſchein wäre! Mir iſt ſo froh und leicht ums Herz.(Läutet. Auguſte tritt ein.) Auguſte, ſehen Sie zu, daß die Wohnung oben ſogleich in Ordnung gebracht wird.
Auguſte. Wer ſoll denn einziehen?
Frau Tillmann. Die Dame, die eben hier war.
Auguſte. So? Wann ziehen denn Brands ein?
Frau Tillmann. Sobald es irgend geht— vielleicht ſchon morgen.
Auguſte. So, na dann gehe ich!


