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Der Gymnasialdirektor : Schauspiel in vier Aufzügen / von Eugen Zabel und Alfred Bock
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ja eine förmliche Werkſtatt angelegt, Robert. Das iſt ja eine Elektriſiermaſchine. Wohl ein Weihnachtsgeſchenk.

Robert. Bewahre, Herr Direktor. Die hab' ich mir ſelbſt gemacht.

Frau Brand ffür ſich). Der Direktor und Frau Till⸗ mann! Ach ſo!

Direktor. Sieh mal an. Wie hübſch. Sie ſcheinen Talent zum Techniker zu haben. Nun, was möchten Sie denn werden, Sonnenberg?

Paul. Wenn ich verſetzt werde, gehe ich nach Hamburg.

Direktor. Ah, Sie kommen in die Lehre?

Paul. Ach nein, ich werde gleich Volontär bei Müller, Meyer und Compagnie Getreide en gros.

Frau Brand. Sie ſprechen ja gerade ſo, als ob Sie ſich freuten, aus der Schule zu kommen.

Paul. Das können Sie mir doch nicht verdenken, Frau Brand.

Direktor. Sie ſollten ſich lieber zuſammennehmen und fleißig ſein, damit wir Sie verſetzen können.

Paul(dummdreiſt). Am Fleiß allein liegt es doch nicht.

Direktor. Nun, woran denn ſonſt?

Paul. Unter mir ſitzen vier und die werden ſicher verſetzt.

Direktor. Woher wiſſen Sie das ſo beſtimmt?

Paul. Ach, ich meine nur ſo.

Direktor(beſtimmt). So ſprechen Sie doch, wenn ich Sie frage. Wen meinen Sie!

Robert. Gieb doch'ne vernünftige Antwort.

Paul. Na, die Brands zum Beiſpiel!

Frau Brand(empört). Meine Söhne. Sind die etwa nicht fleißig? Nicht wahr, Herr Direktor?

Paul(hält die Hand vor den Mund, um das Lachen zu verbergen).

Frau Tillmann. Was ſoll das Lachen, Paul! Benimm Dich anſtändig.

Paul. Nun, Frau Tillmann, das wiſſen wir doch alle, daß die beiden Brands vom Oberlehrer Fuchs durchgedrückt werden.

Direktor(mit Schärfe). Wie kommen Sie darauf?

Frau Brand eeifrig). Jedenfalls muß Herr Oberlehrer Fuchs das vor dem Herrn Direktor vertreten. Außerdem entſcheidet er ja auch nicht allein.