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Paul. Wirklich famos, großartig!
Robert. Du ſollſt mal ſeh'n, wie ſich die Elektrizität hier in der Leydener Flaſche angeſammelt hat. Halt mal den Finger an dieſen Knopf.
Paul(hält den Finger an den Knopf der Leydener Flaſche und ſchreit laut auf). Au! Donnerwetter. Das geht einem aber durch Mark und Bein.
Robert. Wer hat alſo ſchließlich doch recht behalten? Aber Geduld und Ausdauer muß man haben, wenn man zum Ziele kommen will.
Paul. Und ganz allein haſt Du das Wunderwerk fertig bekommen?
Robert. Ganz gewiß! Das heißt ein paar Kleinig⸗ keiten hat mir der Tiſchler hier nebenan gemacht. Die hätten mich zu lange aufgehalten. Alles Uebrige iſt mein Werk.
Paul. Alle Achtung. Ich dachte zuerſt, es wäre ein altes Familienerbſtück, das Du aus Stettin mitgebracht haſt.
Robert. Wie ſollte mein verſtorbener Onkel wohl zu einer Elektriſiermaſchine kommen?
Paul. Robert, weißt Du was? Das Ding mußt Du mir leihen, wenn ich mein Abſchiedsfäßchen gebe. Damit ziehe ich'ne große Nummer ab.
Robert. So'ne Idee! Haſt Du denn den Einjährigen ſchon in der Taſche?
Paul. Nee, aber mein Alter war beim Direktor.
Robert. Das wird Dir verflucht wenig helfen.
Paul. Erſt abwarten, mein Vater ſteht gut mit dem Direktor.
Robert. Wenn ich Direktor wäre, ich würde alle Väter zur Thür hinauswerfen, die vor der Verſetzung um gut Wetter bitten.
Paul. Hoho!
Robert. Was wollte denn Dein Alter beim Direktor? Dich durchdrücken! Doch weiter nichts.
Paul. Ja, wozu ſind denn die Alten da?
Robert. Kerl, Du haſt doch keinen Funken Ehrgefühl im Leibe.
Paul. Ehrgefühl? Mumpitz!
Zabel und Bock, Der Gymnaſialdirektor. 2


