Verkehr, den er noch unterhält, der einzige dem er ſich allenfalls anſchließt, iſt der junge Sonnenberg.
Direktor. Der Sohn des Händlers Sonnenberg?
Frau Tillmann. Jawohl.
Direktor. Ich weiß nicht, ob das der rechte Umgang für Ihren Sohn iſt.
Frau Tillmann. Er hat eben keinen andern. Sonſt kann ich mich nicht erinnern, daß er je einen andern Bekannten mit nach Hauſe gebracht hätte.
Direktor. In der That— Sie haben ganz recht. Hier muß etwas geſchehen. Wenn man es richtig anfaßt— ich bin überzeugt, man würde einen ganz anderen Menſchen aus ihm machen.
Frau Tillmann. Das wäre mein größtes Glück, Herr Direktor. An Roberts Zukunft liegt für mich ja alles. Mein Schickſal iſt an das ſeinige unauflöslich geknüpft.
Direktor. Sie ſind die Mutter. Aber ihr Sohn iſt ja auch meiner Obhut anvertraut. Wir ſind daher gewiſſer⸗ maßen Verbündete. Nicht wahr?
Frau Tillmann. Sie können ſich nicht denken, wie ſchwer mir der Gang zu Ihnen geworden iſt. Hätte ich geahnt, daß mir hier ein Ratgeber in der Not erſtehen würde.
Direktor. Sie haben ſich nicht nur an den Direktor, ſondern auch an den Menſchen in mir gewendet und da möchte ich Ihnen die Antwort nicht ſchuldig bleiben. Ich möchte Ihren Sohn kennen lernen, ich meine in ſeiner eigenſten Umgebung, bei Ihnen.
Frau Tillmann(wie ungläubig zum Direktor emporblickend, dann freudig betroffen). Sie wollen zu ihm, zu uns kommen? O, er verdient es, Herr Direktor, denn er liebt Sie. Aber ich kann es noch immer nicht faſſen, Sie wollten— Soviel Güte! Dank, tauſend Dank!
Direktor. Leben Sie wohl. Sie werden von mir hören.(Frau Tillmann ab.)
Direktor. Merkwürdig! Man lernt im Leben nie— mals aus!
(Vorhang fällt)


