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Der Gymnasialdirektor : Schauspiel in vier Aufzügen / von Eugen Zabel und Alfred Bock
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Ich kam gerade dazu, wie ſie die Köpfe durch die Thür ſchoben und dem Herrn Drekter ſeine Sachen anglotzten.

Direktor. Ich werde den Jungen das unterſagen.

Friebel. Schwarz kann man ſich ärgern! Und heute haben ſich der Zimmermann und der Hennig auf dem Schul⸗ hof wieder gehauen. Ich konnte ſie kaum auseinander kriegen.

Direktor. Haben ſich die Jungen etwa Schaden gethan?

Friebel. Daß ich nich wüßte, aber...

Direktor. Nun, dann brauchen Sie auch weiter kein Aufhebens davon zu machen.

Friebel. Aber, Herr Drekter, wenn ſie ſich ſo mit den Fäuſten traktieren.

Direktor. Sind Sie niemals jung geweſen? Haben Sie nie gehört, daß ſich Kinder balgen müſſen?

Friebel Na gut, mir ſoll's ſchon recht ſein.

Direktor. Laſſen Sie di nun. Ich erwarte hier Herrn Oberlehrer Nuchs Wenn Sie ihn ſehen ſollten...

Friebel(ſieht nach und ſagt. Hier kommt er grade. (Es klopft an die Mittelthüre. Friebel tritt vor dem in das Zimmer

kommenden Fuchs bei Seite und geht mit einem neugierigen Seiten⸗ blick ab.)

Zweiter Auftritt. Direktor Schmidt. Oberlehrer Fuchs.

Fuchs(bleich, nervös). Sie haben mich zu ſprechen ge⸗ wünſcht, Herr Direktor.

Direktor. Herr Oberlehrer, es ſind in der letzten Zeit wiederholt Klagen über Sie eingelaufen.

Fuchs. Worauf beziehen ſich dieſe Klagen, Herr Direktor?

Direktor. Auf die ungleichmäßige Behandlung, die Sie den Sohülern Ihrer Klaſſe angedeihen laſſen.

Fuchs. Darf ich bitten, mir einen beſtimmten Fall an zugeben, bei dem mich ein Vorwurf treffen würde?

Direktor. Sie haben neulich einen Knaben, auf den der Verdacht gefallen war, einem Mitſchüler Geld wegge⸗