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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
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Siehe: Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung, Gießen 1907, darin: Provinzialrabbiner Dr. Sander, Jüdische Gemeinde, S. 184 f.

Stadtarchiv Gießen: Noch im März 1939 bestanden innerhalb der jüdischen Gemeinde in Gießen 6 Stiftungen mit insgesamt 6849.- Reichsmark, darunter die Gustav-Bock-Musikstiftung. Nach"Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen 1914- 1918. Ein Gedenkbuch. Herausgeber Reichsbund der jüdischen Front- soldaten, Berlin 1932(siehe besondere Namensliste)

Der Antisemitismus machte sich besonders stark an der Univer- sität bemerkbar. Bei einer Feier zum 200. Geburtstag im Sep- tember 1929 von Moses Mendelsochn in der Synagoge waren, so berichtet die Presse, Besucher aus allen Teilen der Gießener Bevölkerung anwesend. Es fehlte die Universität.

Siehe dazu die auf intensivem Quellenstudium und ausführlichen Interviews mit Zeitzeugen beruhende umfangreiche Arbeit von OStR Kurt Heyne(Gießen) und 12 Schülern der Oberstufe der Gießener Liebigschule über"Judenverfolgung in Gießen und Um- gebung(1933- 1945) in Mitteilungen des Oberhessischen Ge- schichtsvereins Gießen(MOHG) Bd. 69/1984, S. 1- 315

Die Aufstellung entstammt unterschiedlichen Quellen. Die Zah- len des 19. u. 20. Ih. beruhen auf Unterlagen des Stadtarchivs, meist aus Volkszählungen und Adreßbüchern.

Beede( Steuer), gewöhnlich auch Bede(abgeleitet von petitio = Bitte) geschrieben.

Noch im Februar 1945(!) wurden diese Menschen deportiert. Ludwig Stern(geb. 18.6.1877 in Wieseck), früher wohnhaft in der Bahnhofstraße 2, wurde am 14.9.1942 mit seiner Frau de- portiert, überlebte das KZ. und kehrte am 11. Juni 1945 nach Gießen zurück. Hier kümmerte er sich bis 1949 um die Wieder- gutmachung für die verfolgten Juden. Dann wanderte er in die USA aus, wo er verstarb.

Horst Josef Brumlik(geb. 4.10.1913 in Gießen), früher wohn- haft in der NMoltkestraße 2, ist der Vater des bekannten Professors Micha Brumlik(Frankfurt/ Heidelberg). Josef Brumlik starb am 18.12.1969 in Gießen und wurde auf dem jüdischen Teil des Neuen Friedhofs beerdigt.