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Paul Arnsberg: a. a. O., S. 258
Vor 1815 war ein Schulstübchen in der Judengasse Gebets- und Versammlungsraum der Gießener Judengemeinde. Seit 1822 be- stand eine jüdische Elementarschule, an der der Lehrer Rosen- thal mit einem Gehalt von jährlich 330 Gulden definitiv ange- stellt war.
Stadtarchiv Gießen: Gießener Anzeiger vom 30. 9.1879
Beim Lesen dieser Zeilen erschrickt man vor dem Sturm, den kaum ein Jahrzehnt später der politische Antisemitismus im mittelhessischen Raum auslöste. Siehe dazu auch u. a. Otfried Dascher: Politischer Antisemitismus im Marburger Raum, masch. schriftl. Examensarbeit, Institut für Wissenschaftl. Poli- tik, Marburg 1960. Rüdiger Mack: Otto Böckel und die antise- mitische Bauernbewegung in Hessen 1887- 1894, in: Wetter- auer Geschichtsblätter Bd. 16/1969, S. 113 ff. Erwin Knauß: Der politische Antisemitismus im Kaiserreich(1871- 1900) un- ter besonderer Berücksichtigung des mittelhessischen Raumes, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Bd. 53/54, Gießen 1969, S. 43-68.
Stadtarchiv Gießen: Akte 1303"Angelegenheiten der Juden“. Paul Arnsberg: a. a.O., S. 255 nach Stà Darmstadt X, 5, Konv. 30,1
Stadtarchiv Gießen: Akte 1303: Das erste Gesuch an die Stadt- verwaltung richtete die neue Gemeinde am 5.12.1886. Nach er- folglosen Einigungsversuchen der beiden jüdischen Gemeinden wurden den Orthodoxen 130 qm im Ostteil des Alten Friedhofs zugeteilt.
Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umge-— bung, 1907, S. 184 f.
Am Haus Steinstraße 8 befindet sich seit 1978 eine Gedenkta- fel.
Dieses jüdische Gemeindehaus wurde am 10.11.1938 nicht mit verbrannt. Es blieb erhalten und beherbergte nach dem Krieg die Betreuungsstelle für jüdische Verfolgte unter ihrem Leiter Louis Stern. Später waren städtische Dienststellen darin unter- gebracht. Es mußte schließlich Anfang der 60er Jahre dem Bau der Kongreßhalle weichen. Das Grundstück umfaßte 962 qm. Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umge-— bung, Gießen 1907, darin: Dr. Sander, Provinzialrabbiner, Jüdi- sche Gemeinde, S. 184 f.
Paul Arnsberg: a. a. O., S. 256. Die orthodoxe Synagoge hatte 114 Männer- und 84 Frauenplätze sowie eine Mikwe(= rituelles Frauenbad). Das Grundstück war 400 qm groß.
Paul Arnsberg: a- a. O., S. 261 f.
Paul Arnsberg: a- a. O., S. 261
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