Mit diesem Vertrag, der ebenfalls im Jahr 1928 abgeschlossen wurde, schied der Ortsgewerbeverein als Träger der Schule aus. Ihm blieb im Gewerbeschulgebäude noch ein Vereinsraum vorbehalten; außerdem wurde ihm ein Sitz im Kuratorium der Schule eingeräumt.
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nAlte Klinik in der Liebigstraße- Schulgebäude für die Gewerbe— und Maschinenbauschule Gießen 1929- 1944
Diese Neuorganisation, deren endgültiger Vollzug sich bis zum Spät-— sommer des Jahres 1929 hinzog*, brachte der Gewerbe- und Maschi- nenbauschule nicht nur die Trennung von der gewerblichen Berufsschu- le, sondern auch den Umzug in die"Alte Kliniku, jenes charakteristi- sche Gebäude, das auf dem Gelände des heutigen Fernmeldeamtes stand, und einst zu Beginn des 19. Jh. als Kaserne erbaut worden war. Hier standen der Schule nunmehr 17 Säle und die erforderlichen Ne- benräume zur Verfügung.
Während die gewerbliche Berufsschule ab 1930 die im Gewerbehaus“ (Kirchstraße) vorhandenen und durch einen Anbau vermehrten Säle voll nutzen konnte, schien die Gewerbe- und Maschinenbauschule in ihrer neuen Unterkunft in der Liebigstraße weiterem Wachstum entgegenzu- gehen. Der wirtschaftliche Aufschwung seit 1924 war unverkennbar; die Reichstagswahlen des Jahres 1928 hatten auch politisch eine ge- wisse Stabilität gebracht, und die Weimarer Republik hatte scheinbar die schwersten Zeiten hinter sich.
Die Pläne der Stadtverwaltung sahen allerdings nur einen kurzen Auf- * Bis zum 1.4.1929 war die Schule staatlich; erst danach ging sie
in städtische Trägerschaft über. Der Umzug in die Liebigstraße erfolgte im August 1929.
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