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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
Entstehung
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gasse, wenn nicht auf längere Zeit, so doch auf mindestens drei Jah- re, da die bisherige Ungewißheit in dieser Beziehung alle Schritte des Vereins hemmt und seinen Fortbestand unmöglich zu machen droht.

Gießen, den 6. Februar 1878

Der Präsident Dr. H. Ritgen

Mit einer ähnlichen Eingabe wendet sich v. Ritgen noch einmal am 14. Oktober 1879 an das großherzogliche hessische Ministerium des Innern und bittet um ÜUberlassung des"demnächst freiwerdenden bis- herigen Hofgerichtsgebäude(s) auf dem Brandu, wo"allen Bedürfnissen des Gewerbevereins nach einem Versammlungsraum, einem Biblio theks- und Lesezimmer, nach drei(3) Zeichensälen und nach einem permanenten Ausstellungsraum genügt werden könnten.

In ähnlicher Weise wendet sich eine größere Denkschrift der"Groß- herzoglichen Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbe- verein am 7. November 1880 an die"Großherzogliche Bürgermeisterei der Provinzhauptstadt Gießen und fordert, unverzüglich dafür zu sor- gen, daß die Stadt ihrer Verpflichtung nachkommt, für die erweiterte Handwerkerschule ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung zu stel- len. Man verweist dabei nicht nur auf die weit großzügigere Unter- stützung der Städte Mainz und Offenbach, sondern droht auch mit der Entziehung des hohen jährlichen Zuschusses von 3523 Mark im Jahr und mit der Verlegung der Schule nach Friedberg.

Weder diese Eingabe an die Landesregierung noch die Bitte an die Stadtverwaltung oder die Denkschrift vom 7.11.1880 mit der Drohung der Schulverlegung nach Friedberg hatten durchgreifenden Erfolg. Im- merhin aber gelang es dem Verein Anfang der 80er Jahre, eine UÜber- gangslösung zu erreichen, als der Erweiterten Handwerkerschule für die nächste Zeit Unterrichtsräume im städtischen Schulgebäude Asterweg/Ecke Schillerstraße schlecht und recht zur Verfügung ge- stellt wurden.

Aus der Fülle der uns überlieferten Quellen über die Geschichte der Gießener Erweiterten Handwerkerschule seien hier zwei Berichte wörtlich abgedruckt, weil sie am unmittelbarsten zeigen, wie es um die technisch/handwerkliche Bildung in unserer Stadt stand. Der Jah- resbericht über die Tätigkeit des Gewerbevereins Gießen im Jahr 1882/83 und der Bericht des Architekten August Hug, Hauptlehrer der Erweiterten Handwerkerschule, an den Vorsitzenden des Lokalgewerbe- vereins Gießen vom 29. August 1885.

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