mann auch ſagt: Was hertzt das ſchmertzt / was liebt das betruͤbt. Vnnd iſis nicht moglich al⸗ dieweil die Menſchen nicht vnempfindlich holt vnnd ſiein ſeindt / das ſie alle trawrige afferten gentzlich von ſich werffen koͤnnen / Darumb Kei⸗ ſer Antonius Pius ſeine hoffleut geſtrafft / da ſie eines geſpottet / der vmb ſeines abgeſtorbenen freundes willen / ſich hart betruͤbet / vnd geſaget: Permittite illi ut fit homo: neq́; enim philoſophia neq́; imperium tollit affectus. Dasiſi: Laſſet jhn doch ei⸗ nen Menſchen ſein / dan ſolche liebeneigung kan weder durch kunſt / noch gewalt hinweg genom⸗ men oder gedempfft werden. Sonderlich aber bringt das groſſen ſchmertzen vnd hertzleid / wen ein Ehegenoß vom andern durch den Todt ge⸗ trennet wirt. Sintemal der Eheſtandt die aller⸗ feſteſte Buͤndnuß vnd verknuͤpffung iſt / dadurch zwey ein fleiſch ſeind / Matth. )o. vnd (ſo zu re⸗ den) ein hertz in zweyen leiben. Darumb haben auch die heiligen Gottes Menner / Abraham ſei⸗ ne Saram Gen: 23. vnnd Jacob ſeine Rachel die vber der geburt jhres juͤngſien Sons Benja⸗ mins das leben gelaſſen Gen:35. ſo hertzlich vnd ſchmertzlich betrawret vnd beklaget. Vnd iſi jhm freylich alſo / wie Euripides ſpricht: Quid vi- to eſt majus malum, quam privari fida uxoreꝰ Das it / was kan
Druckschrift
Christliche Leichpredigt. Bey der trawrigen Begrebnus, Weilandt der WolEdlen vnnd viel Ehren Tugendreichen Frawen, Dorotheæ Margaretæ von der Malsburgk, Gebornen Eddel Tochtern zu Bewren : Welche den 18. Januarii dieses 1600. Jahrs, in Gott sanfft vnd seliglich entschlaffen, vnd volgends den 28. gedachtes Monats in der Kirchen zu Obern-Elsingen, Christlich zur Erden bestattet worden ist / Gehalten durch Ioannem Brandis Dienern am Heiligen Wort Gottes daselbst
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