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Chriſtliche Leichpredigt/
Darumbhoͤret auf mit trawren vnd klagen/ Warumb wolt jhr verzagen?
Gvoit ſol man nicht widerßireben/
Durch den Zodt gehen wir ins Leben. Die Alten haben ſich gar fein in ſolche Faͤlle wiſſen zuſchicken/ auch ſchoͤn auß Gottes Wortdie bekuͤmmerte zu troſten vnnd auffzurichten. Als Baſilius ſeleuc. p.i6. ſagt: Nelugeamus ob exitus ſanctorum ex hãc vitã, ſed potius ob nativitates & ad hane vitam acceſſus. Nam ingreſſus in hunc mun- dum ſordidus eſt, deceſſus illuſtris& pretiofus eſt, Iſt ſo viel: Laſt vns nichi heulen wegen des abſcheidens der Heiligen/ auß dieſem Leben/ ſondern vielmehr wegen der Geburt vnd Ein⸗ gangs in dieſes Leben. Dann der Eingang in dieſe Welt iſt vn⸗ flaͤtig/ der Außgang aber iſt herꝛlich vnd köſtlich. Gyprianus, auchein alter Kirchenlehrer vnd Maͤrterer ſchreibt/ Serm. 4. de Mortal Quantum proſit exire de ſeculo, Chriſtus oſten- dit, qui cum diſcipuli ejus contriſtarentur, quòd ſe dice- ret receſſurum, inquit: Si diligereris me, gauderetis utiq;, quia vado ad Patrem. Docens, cùm chari, quos diligi- mus, de ſeculo exeunt gaudendum potius, quàm dolen- dum. Præmiſimus enim, non amiſimus, abierunt, non obierunt, das iſſt/ Wieviel es nutze auß dieſer Welt gehen/ ʒei⸗ get Chriſtus/ welcher/ da ſeine Juͤnger trawrig waren/ daß er ſagie/ er wirde hinweg gehen/ ſrach: Wann jhr mich lieb⸗
tet/ wurdet jhr euch frewen/ dan ich gehezum Vatter.
Damit lehret er/ wann vns libe freunde abſterben/ vnd auß die⸗ ſer Weltgehen/ welche wir lieben/ ſol man ſich viel mehr frewen/ als bekůͤmmert ſeyn. Dann wir haben ſie vor her geſchickt/ vnd nicht verlohren/ ſie ſind hinweg gangen/ vnnd nicht vnler⸗ gangen.
Nun


