Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Bey der Adelichen, Volckreichen vnd sehr trawrigen Leichbegängnis, Des Weyland Wohl-Edlen, Gestrengen vnd Vesten Johann Gottfriedt Schützens von Holtzhaussen, etc., Des ... Fürsten ... Herrn Georgen, Landgraffen zu Hessen [et]c. Hoff-Junckern, [et]c. : Welcher den 27. Februarii dieses noch lauffenden 1637. Jahrs durch einen sanfften vnd seeligen Todt von dieser Welt ins ewige Leben versetzt worden ist / Zu Giessen in der Pfarr-Kirchen gehalten Durch Petrum Haberkorn, der H. Schrifft Doctorem vnd Hessen-Darmbstadischen Hoffpredigern
Einzelbild herunterladen

*

Chriſtliche Leichpredigt/

Darumbhoͤret auf mit trawren vnd klagen/ Warumb wolt jhr verzagen?

Gvoit ſol man nicht widerßireben/

Durch den Zodt gehen wir ins Leben. Die Alten haben ſich gar fein in ſolche Faͤlle wiſſen zuſchicken/ auch ſchoͤn auß Gottes Wortdie bekuͤmmerte zu troſten vnnd auffzurichten. Als Baſilius ſeleuc. p.i6. ſagt: Nelugeamus ob exitus ſanctorum ex hãc vitã, ſed potius ob nativitates & ad hane vitam acceſſus. Nam ingreſſus in hunc mun- dum ſordidus eſt, deceſſus illuſtris& pretiofus eſt, Iſt ſo viel: Laſt vns nichi heulen wegen des abſcheidens der Heiligen/ auß dieſem Leben/ ſondern vielmehr wegen der Geburt vnd Ein⸗ gangs in dieſes Leben. Dann der Eingang in dieſe Welt iſt vn⸗ flaͤtig/ der Außgang aber iſt herꝛlich vnd köſtlich. Gyprianus, auchein alter Kirchenlehrer vnd Maͤrterer ſchreibt/ Serm. 4. de Mortal Quantum proſit exire de ſeculo, Chriſtus oſten- dit, qui cum diſcipuli ejus contriſtarentur, quòd ſe dice- ret receſſurum, inquit: Si diligereris me, gauderetis utiq;, quia vado ad Patrem. Docens, cùm chari, quos diligi- mus, de ſeculo exeunt gaudendum potius, quàm dolen- dum. Præmiſimus enim, non amiſimus, abierunt, non obierunt, das iſſt/ Wieviel es nutze auß dieſer Welt gehen/ ʒei⸗ get Chriſtus/ welcher/ da ſeine Juͤnger trawrig waren/ daß er ſagie/ er wirde hinweg gehen/ ſrach: Wann jhr mich lieb⸗

tet/ wurdet jhr euch frewen/ dan ich gehezum Vatter.

Damit lehret er/ wann vns libe freunde abſterben/ vnd auß die⸗ ſer Weltgehen/ welche wir lieben/ ſol man ſich viel mehr frewen/ als bekůͤmmert ſeyn. Dann wir haben ſie vor her geſchickt/ vnd nicht verlohren/ ſie ſind hinweg gangen/ vnnd nicht vnler⸗ gangen.

Nun