Auß dem Buͤchlein Ruch/ im r. Capitel. 5 ren eins vnd gehet fort/ ſo weichet er auch vnd fleucht davon/ ſo lang vnd ſo fern/ biß er entlich nicht mehr iſt. Euſtathius ſchrei⸗ bet von etlichen Thierlein/ daß ſie in einem Tag ſeien nata& denata, geboren vnnd geſtorben/ daher ſie auch den Namen ha⸗ ben/ daß ſie ·Oueg animalcula unius diei, das iſt/ Thierlein eines tages/ genennet werden. Eben alſo iſts auch mit dem Men⸗ ſchen auff dieſer Erden beſchaffen. Wie auch Pl/nius vnd an⸗ dere eines Kraͤutleins gedencken/ ſo nur einin Tag uͤber ſtehe/ auch deßwegen iMnuegon genennet werde/ das iſt/ eines Tages. 1I. Halt auch Job allen Menſchen vor in ſeinem Leich⸗ tert/ vitæ humanæ calamitatem, das Elend/ Sorge/ Laſt vnd
Praſt des Menſchlichen lebens. Iſi voll Vnruhe/ ſagt er/ voll Creutzs vnd Sorge/ voll Betrůͤbnis vnd Elends/ das wan die Vnruhe dieſes Lebens/ vnd dan deſſen Frewd vnd Luſt ſolten gegen einander abgewogen werden/ gewißlich die Wagenſchuͤſ⸗ ſel/ darin die Vnruhe ligt/ der andern/ darin die Frewd gelegt/ weit vorſchlagen wuͤrde. Dem dann auch Greg. Nazianzenus, (Tom.⁊. de externi hom. vilit. p. 946.ein alter Griechiſcher Kirchen Lehrer beypflichtet/ daer ſpricht: S omnes hujus vitæ jucunditatcs cum ejuſdem ærumnis moleſtiisq; perpen- deris, lanx certè illa, quã mala continentur, multis parti- bus præponderabit: Ac contrã janx ea, in quã vitæ com. moda exiſtunt, levirate ſuã furſum tendet. Das iſt/ Wann du alle Froligkeitẽ dieſes lebens mit deſſen Mühe vnd Beſchwer⸗ den wirſt erwegen/ So wird die Wagen/ darin das Boſe begrief⸗ fen iſt/ in viel weg vorſchlagen; Hergegen das Theil/ darindie Guͤter dieſes Lebens ſind/ wird ſo leicht ſein/ das es in die Hohe auffahren wird.
III. Vitæ humanæ finitatem daß beſtimbte giel des Menſchlichen lebens beſchreibt vns auch Job. Dann ſagt er/
Er hat ſeine beſtimbte Zeit/ die Zahl ſeiner Nonden A 1 ſiehet


