Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Bey der Adelichen, Volckreichen vnd sehr trawrigen Leichbegängnis, Des Weyland Wohl-Edlen, Gestrengen vnd Vesten Johann Gottfriedt Schützens von Holtzhaussen, etc., Des ... Fürsten ... Herrn Georgen, Landgraffen zu Hessen [et]c. Hoff-Junckern, [et]c. : Welcher den 27. Februarii dieses noch lauffenden 1637. Jahrs durch einen sanfften vnd seeligen Todt von dieser Welt ins ewige Leben versetzt worden ist / Zu Giessen in der Pfarr-Kirchen gehalten Durch Petrum Haberkorn, der H. Schrifft Doctorem vnd Hessen-Darmbstadischen Hoffpredigern
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Eingang zur Predigt.

S S hat, Gelibte in Chriſio vnſerm C S Henn/ der liebe Job allen Menſchen auff Er⸗ S den eine ſolche Leichpredigt gehalten: DE S0 Menſch vom Weibegeboren/ lebt eine kurtze Zeit/ vndiſi vol Vnruhe. Gehet auß wie ein Blume vnnd fellet ab/ Fleucht wie ein Schatten vnd bleibet nicht. Er hat ſeine beſtimbte Zeit/ die Zahl ſeiner Monden ſiehet bey dir/ du haß ein Zielgeſetzt/ das wirder nicht bergehen/ in ſeinem

uchim r4. Qap. v. i.. Darinnener dann jhnen allen nach⸗ olgende Puncten zubetrachten vorhaͤlt/ als

. Vitæ humanæ brevitatem, die kuͤrtze des Meuſch⸗ uchenlebens; Der Menſch/ ſagter/ vom Weibe gebo⸗ ren/ lebtein kurtze Zeit. Kaum iſt er in die Welt kommen/ kaum ſeinem Atter vnd Leibßkrefften gelanget/ kaum eiwas gelernet/ vnd ſich ein wenig auff dieſem Weltplan ſehen laſſen/ Sihe ſo muß er davon. Darumb ſagt Job/ ſeie er wie ein Blůmlein/ das bluͤhetewa einen Tag/ bald komtein ſcharp⸗ fer rawer Oſt⸗ Wind/ ſo fellet es dahin/ vnd iſt geweſen. Heut blůheter wie ein Roßlein roch/ bald kranck vnd todt/ iſt allenthal⸗ ben můhe vnd noth. Ja ſagt Job ferner erſeie wle ein Schat⸗ ten/ der fleucht vnd bleibt nicht. Es iſt zumalnichts tawr⸗ hafftes vnd beſtaͤndiges an einem Schatten/ ſondern er bleibtſo iang an der Wandt oder auff Erden/ ſolangder Cotper/ daher der ſchatten kompt/ ſiil bleibt ſiehen/ oder,