(67) Deſſen Ruhm auch das finſtre Grab nicht vergraben/
Deſſen Preiß die vergeßliche Nachkommenſchafft nicht vergeſſen ⸗ Und deſſen Tugend anch der dunckle Reid nicht verdunckeln kan!
(Warumb ſchweige Ich noch ²)
Des theuren Herrn M. RlI NKELS
Eines Manns Deſſen Feinde ſelbſt geſtehen muͤſſen: Daß Seine Wiſſenſchafften unvergleichlich! Daß Seine Gelährtigkeit grundlich! Und daß Seine Frommigkeit unſtaͤfflich!
Er ſahe nur auff Gott/ den Er doch nicht ſahe/ Und liebte auch den Naͤchſten/ der Ihn nicht liebte/ Aber Er war dabeneben ein Heuchler/
Doch nur in den Augen der heuchleriſchen Welt/ Weil Er ſeinem Gottohne Heucheley dientel Er gieng Einfaͤltig/ und machte auch die groͤſte Rlugheit in ſeiner Einfaltqu ſchanden; Nachdencklich waren Seine Reden/ und hinter⸗ lieſſen groͤſeres Nachdencken denen Sie waren ſchlecht aber manchem Gelaͤhrten zu hoch! Alle Verfolgungen verfolgte Er mit ſonderbahrer
nachfolgung ſeines Heylandes Alle Verachtungen verachtete Er mit wunderbaßrer Verachtung ſeiner ſelbſt! Und alle Verſchmaͤhungen verſchmhete Er mit ruhmbarer hochachtung der Schmach Chriſti Aber Ach! Daß doch nun Ich ſchweigen můſte und den Lodt Dieſes ſo preißwurdigen Manns anjetzo nicht beklagen doͤrffte! Deſſen Leben ein immerwaͤhrendes Sterben· und deſſen Sterben ein Anfang des in wehrenden Lebens! 32


