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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Der liegende doch ſiegende Jonat han. 45 zeuget worden. Soll uns das nun nicht einmal zu Ge⸗ můthe ſteigen und tief in unſermHertzen liegen/ taglich zu beweinen und zu bedencken/ was doch der/ ohne deſſen Willen auch nicht ein Härlein hinfůllet/ mit ſolchen Fallen ſo frommer und wackerer Leuthe bey uns andeute?

Sollen wir nicht des vor Leyd erſchrockenen Davids Klage klagen und ſagen/ Ihr Töchter Iſrael/ ihr Töchter Heſſen und Gieſſen weinet Wie ſind die Helden bißhe⸗ ro unter euch im geiſtlichen Zion/ in Kirchen und Schu⸗ len gefallen im Streit/ darinnen ſie vor euch und euer Be⸗ ſtes ſtritten/ und ihr ſie wol jetzo am allernothigſten hat⸗ tet. Jonathan iſt auch tod/ und iſt auffdeinen Hö⸗ hen/ daranffEr euch am meiſten zu erhöhen ſuchte/ er⸗ ſchlagen! Da liegt ein bewährter treuer Jongthan/ ein abermahl hochgelaͤhrter und hochbegrundeter Mann/ der liebe fromme und gotiſelige HerrM. Run⸗ ckel/ der es mit Gott und dem was göttlich iſt ſo ſehnlich und hertzlich/ mit dem gemeinen beſten und der lieben Ju⸗ gend ſo ernſtlich und treulich gemeynet/ von deme als auch meinem ſtets treu⸗und lieb geweſenen Amts⸗Bruder und Hertzens·Freund mich nicht entbrechenkan/ dieſes offent⸗ lich zu ſagen und zu klagen/ und dan it noch dieſen Abſchied hier von ihm zunehmen: Es iſt mir leyd um dich mein Bruder Jonathan/ ich habe groſſe Freude und Wonne/(groſſe Lieb und Treue) an dir gehabt/ S Lieb iſt mir ſonderlich geweſen als Frauen⸗ Liebe.

Es iſt mir leyd um dich mein Bruder Jonathan! Doch/ nicht allein um dich und dein Verlaſſen/ als um mich und deine Verlaſſene/ deren du ein Theil zu Waͤyſen macheſt ehe ſie kaumrecht wiſſen was Waͤyſen/ was Vat⸗ tr oder Mutter heiſſen: Es iſt mir leyd ym dich mein

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