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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Leich⸗ Predigt und nennet ſolche Leute einfaͤltig/ als auch die Chriſten ſeyn ſollen/ daher Chriſtus Matth. 10/16 zu ſeinen Juͤngern ſagt: Seyd klug

wie die Schlangen und ohne falſch æupæuo einfaͤltig/ wie die.

Tauben. Die vor ſich gerade hinſehen/ wie Salomo erfordert in ſeinen Lehr und Tugendſprüͤchen c. 10.2. laß deine Augen ſtracks (nd) fůr ſich ſehen und deine Augenlied richtigfur dir hin ſchen Laß deinen Fuß gleich für ſich gehen/ ſo geheſt du gewiß. Wancke wederzur Rechten noch zur Lincken/ wen · de deinen Fuß vom Boͤſen. Das alles heiſt richtig fuͤr ſich wan⸗ deln und ſteckt alſo mehꝛ Rachdruck in dieſe: Redens⸗Art/ als man mey⸗ net/ wo man ſie nur obenhin anſiehet. Ichwils kurt zuſammen faſſen und zeigen/ welches der falſche und wahre Verſtand der Worte ſeye. Jenemoͤgen ſich einbilden die/ ſo da weder Gott noch ſein Wort/ oder jemand auff der Welt achten/ ſondern leben nach ihrem Belieben/ wie die Zuhorer Jeremiã thaten/ die den Propheten ins Angeſicht wi· derſprachen: Mach dem Wort des vERRłE/ daß du uns ſagſt/ wollen wir nicht thun/ ſondern nach alle dem das uns gelůͤſtet. Das heiſt wohl für ſich wandelen/ aber nicht richtig nach der Richtſchnur des Goͤttlichen Wortes/ nach dem Geſet und Zeugnuͤs. Alſo iſt dis der wahre Verſtand der Redens⸗Art/ und heiſt richtig fur ſich wandeln/ wann man auff dem rechten Weg der zum Himmel fuhret/ und in der Schrifft geoffenbaret iſt/ einhergehet/ und weder zur Rechten noch zur Lincken abweichet: Wannman in al⸗ lem Vornehmen die Augendes Verſtandes richtet nach dem himmli⸗

ſchen Vatterland/ als dem Endzweck/ und jaget nach dem vorge⸗ Phil. z. 4.

ſtecktẽʒiel/ nach dem Rleinot/ welches voꝛhãlt die hiliſche Beruffung Gottes in Chriſto Jel/ vergiſſt dabey was dahin den iſt/ und ſtrecket ſich nach dem das davornen iſt/ ſiehet nicht auff die Welt und den gemeinen Weltlauff/ laufft auch nicht mit in das wůſte unord Erinnerung/ und achtet es nicht/ wann man ihn gleich vor einen Sonderling haͤlt. Dann es kan nicht anderſt ſeyn/ wann man rich⸗ tig vor ſich wandeln/ und nicht mit der Welt machen wil/ ſo muß man die Welt/ und was in der Welt iſt/ als Augenluſt/ Flei⸗ ſchesluſt und hoffaͤrtiges Leben haſſen und laſſen. Wodurch man ihren Haß und Feindſchafft auff ſich zeucht/ nnd ein Heiligen⸗ Freſſer/ Heuchler?6. heiſſen muß. Es iſt richtig fur ſich

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ige Weſen/ ſondern eparirt ſich davon/ nach Pault1 gor. 9