Abdanckungs⸗Rede. 93
Siamant und unter den Blumen die Roſe noch eintiges Preiſſes benöhtiget/ wolte ich mich auch bemuͤhen der ſeel. Matronen Lob außzubreiten/ und mit mehrerem vorzuſtellen/ aber wann etwas wichtiges keiner Belobung bedarff/ als ohne das ſattſam belobet; Wann auch eine ſparſame und unvollkommene Beredſamkeit ein ſolches mehr nie⸗ derdrucket nnd verſtecket/ als erhebt und zieret/ will ich lieber ſtillſchweigen/ und ſolcher maſſen anderer Nachſinnen hinterlaſſen/ was ich außzuſprechen nicht wuͤrdig.
Rede ich ferner auß dem Munde deß Herrn Cammer⸗Rahts/ als ſchmertzlichſi⸗betrubten Herrn Wittwers/ ſo muß ich abermahls mit be⸗ trubtem Hertzen meine billige querelen uͤber den nngluckſeeligen Menſchen⸗Moͤrder den Lod auß⸗ ſchutten/ und mit dem Konige Agag ſagen: Sicci- ne ſeparas amara mors? Muſtu dann/ O grim⸗ miger Tod mich anitzo ſcheiden von dem was in der Welt das Liebſte mir geweſen/ und mir alſo die Helffte vonmeinem Hertzen reſſen. Rede ich nach aſſecten der Herren Soͤhnen/ Frauen Tochter/ und ſamptlichen Enckeln ⸗ ſo muß ich exccriren den ungluͤckſeeligen Tag/ in welchem die unendliche Liebe die mutterliche Vor⸗ ſorge/ das treueMutter Hertzgebrochen/ rloſchen underkaltet. M Was


