92 Abdanckungs⸗Rede.
kan /erworben. Brauillus jener Philoſophus, alß er jetzund ſterben wolte/ und deßwegen vondem umſtehenden Raht hefftig betrauret wurde/ gab zu vernehmen/ daß er ſich vornehmlich qber vier Stück ſonderlich zu erfreuen haͤtte: Erſtlich/ wegen eines ruhigen und guten Gewiſſens; zum andern/ daß er Lantzer 6o. Jahr dem gemeinen Weſen zu dienen ſich befliſſen drittens/ indemer ſo biele vornehme und wackere Leute vorſich ſehe/ die da ſeinen bevor⸗ ſtehenden Zodbeklagten; und endlich/ daß er in ſei⸗ nem gantzen Lebenslauff einem jeglichen ſeine ge⸗ buhrende Ehre erwieſen haͤtte. Hat ſich nun dieſer Philoſophus beyſeinem Abſterben hierinn einigen Nachruhm geſuchet/ warum wolte man dann den⸗ ſelben unſerm vornehmen ſeel. verſtorbenen Mir⸗ Brudern anjetzo mit einem unzeitigẽ Stillſchwei⸗ gen entziehen? Allermaſſen ja derſelbe gleichfalls mit allen obberuͤhrten Stücken beglůcket geweſen/ und ſeine Kraͤffte zum Dienſt deß gemeinen Be⸗ ſtens ja beynahe eben eine ſolche Laͤnge der Jahren treueifferigſt und ſorgſamſt angewendet. Die hohe bey dem Hochfurſtl. Hauſe Darmnſtatt gan⸗ tzer ʒ · Jahr nach und nach betrettene/ und mit be⸗ ſtaͤndigſter Treue und ſorgſamſter Angelegenheit verwaltete Ehren⸗Stelle leget dieſem ein ſattſa⸗ mes und ohnverwerffliches Zeugniß ſſ a


