14 Thritliche Leichprebigt Jerimias der Proyhet des Hern ſpricht/ Cap.i. Vnnd be Herin Wortgeſchach zu mir vnnd ſprach/ Ich kante dich/ ehe dannich dich in Murter Leib bereitet/ vnd ſonderte dich auß/ ehe dann du von der Mutter geboren wurdeſt/ vnd ſtellit dich zum Propheten vnder die Voͤlcker. Wolan kennet vns nun Gott/ ſo weiß er ja/ daß er vns nicht auß Eiſen vnnd Stahl/ ſondern nuht auß Leumen/ Erde vnd Thongemacht hat. Pfalm· 10ʒ. ſagi David/ Crerkennet/ was fůr ein Gemacht wir ſind/ Et gedencket daran/ das wir Staitb ſind. Erweiß das ein Menſch iſtin ſeinem Leben wie Graß: Er weiß/ daß wirden Schatz nur in Irdiſchen Gefoſſen tragen Er weiß/ das wir vns ſelber nich⸗ tes tnnen neßmen/ ſondern das es vns alles von hmemuß ge⸗ geben werden. Er hat vns ja gemacht/ vnnd nicht wir ſelber/ Pſalm. voo. Weil erdannvnſer Schwachheit kennet/ ſo wird ir vns auch kein Schwererlat auffladen/ als wir ertragen koͤn⸗ grn. Er kennet vnſer vnvermogen ſdaß wir vns ſelber/ weder in Geiſtlichen noch Welelichen Sachen Rathen koñen. Erweiß ⸗ daß wir ein Vnglůͤck oder eine Kranckheit/ in die lenge nicht er⸗ agen können- Wienun ein Hirte derſeine Herde vnd Schaff fuͤrandern recht wilerkennen/ muß ſeine Schaffe ʒeichnen/ wie der Jarob/ Geneſ. z0. Welcher/ weil er ſeine Herde von des gottloſen La⸗ hans Herde/ vnd ſeine Fruͤlinge Schaͤfftein von ſeinen vntůch⸗ tigen Spatlingen vnderſchieden haben wolte/ legee bunde ge⸗ ſchelte Staͤbe von grůͤnen Mandeibalmen/ Haſ in vnndder⸗ gleichen in die Trencke/ daß ſie dafü Entpfingen/ Bundfleck⸗ icht vnd Sprenglicht wurden vndda durch vonden eingeferb⸗ aen Labans Schaffen erkand wuͤrden: Alſo fuhrer der Himli⸗ ſche Jacob Chriſtus vnſer Heyland ſeine Herd vnd Schaͤfflein/ ſo ar von des abgůnſtigen Labans vnd Satans hauffen abge⸗ ſondert baben wil/ ju Gnadenqutl der · Tafendde⸗
Druckschrift
Christliche Leich- vnd Trostpredigt, Vber das selige Absterben, Weyland des viel Ehrn- vnd Tugendreichen Jungfräwleins, Amaliæ Felicitas, Des Edlen vnd Hochgelärten Herrn Johannis Burckii, Fürstlichen Hess: geheimen Raths allhie zu Butzbach, ehlichen hertzlieben Töchterleins : so den 11. tag Septembris Abends zwischen 4. vnd 5. Vhren, des 1635. Jahrs, seliglich im Herrn entschlaffen, vnd folgenten 13. tag Septemb. in grosser Volckreicher versammlung, Christlich vnd Ehrlich auff den Statkirchhoff daselbsten zur Erden bestattet worden : Gehalten zu Butzbach in der Pfarrkirchen / Durch M. Hermannum Holweg, gewesenen Pfarrern zu Holtzheim, an itzo Diaconum zu Butzbach
Entstehung
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