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Christliche Leich- vnd Trostpredigt, Vber das selige Absterben, Weyland des viel Ehrn- vnd Tugendreichen Jungfräwleins, Amaliæ Felicitas, Des Edlen vnd Hochgelärten Herrn Johannis Burckii, Fürstlichen Hess: geheimen Raths allhie zu Butzbach, ehlichen hertzlieben Töchterleins : so den 11. tag Septembris Abends zwischen 4. vnd 5. Vhren, des 1635. Jahrs, seliglich im Herrn entschlaffen, vnd folgenten 13. tag Septemb. in grosser Volckreicher versammlung, Christlich vnd Ehrlich auff den Statkirchhoff daselbsten zur Erden bestattet worden : Gehalten zu Butzbach in der Pfarrkirchen / Durch M. Hermannum Holweg, gewesenen Pfarrern zu Holtzheim, an itzo Diaconum zu Butzbach
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8 Chriſtliche Leichpredigt/ leicht thun/ daran man noch zweiffelen muͤſte e Sondern/ Es iſt ewers Vatters Wolgefallen/ Er wils thun: Es ſol ſogewiß ſein/ als wann es ſchon geſchehen/ vnd ſchleuſt hiemit allen zwei⸗ fel auß. Daher auch Paulus ſagt: Ich bin gewiß/ das weder Tode noch Leben mich ſcheiden kan von der Liebe Gottes/ die da iſt in Chriſto Jeſu/ Rom.8.

4. Was wil dann der Vatter thun? Er wil geben/ ſagt er/ das iſt/ in Chriſto vnd vmb Chriſti willen wil ers vns legiren oder verſchaffen/ als in einem Teſtament/ welches Chriſtus der Hen mit ſeinem Todt betkraͤftigen ſol. Dann ſonſt kan kein Teſtament kraͤftig ſein/ es werdedann zuvor mit dem Todt des Teſtatoris, der es gemacht vnnd auffgerichtet hat/ beſtetiget. Iſt demnach ſolches einpur lauter gnaden werck Goties/ wir verdienen es nicht/ wie es die H. Schrifft vielfeleig bezeuget. Wir haben es nicht verdienet/ ſondern Gottes Gaab iſtes/ nicht 2 wercken/ daß ſich nichtjemandruͤhme/ Roman.z. v.5. Fph. 2c.

S Was wil ergeben? Chriſtus ſagt: Das Reich. Cr ſagtnicht/ daß Tuͤrckiſche oder Roͤmiſche Keyſerthumb/ oder i⸗ gent ein ander weltliches Reich: Sondern das Reich/ welches er vorhin Gottes Reich genennet hat. Es iſt aber das Reich Got⸗ tes fuͤrnemlich treyerley. Erſtlich/ Regnum potentiæ, Got⸗ tes algemeines Reich/ in dem Er vber alles herſchet vnd regieret/ alles erhelt vnd wircket in den Creaturen/ davon wir leſen/ Pſal. 14. Dein Reich iſt ein ewiges Reich/ vnd deine Herſchafft we⸗ ret vor vnd vor. Dieſes Reich wird alhie nicht verflanden.

Darnach iſt Regnum gratiæ, das Reich der gnaden/ welches zu vns kompt/ wañ der himliſche Vatter vns ſeinen. H. Geiſt gibt/ daß wir ſeinem heiligen Wort durch ſeine Gnade glauben/ vnd goͤttlich leben hie Zeitlich vnnd dort ewiglich/ wie wir in der ander bitt des heiligen Vatter vnſers bekennen. Vnnd von dieſem Reich wird his eigentlich auch nicht geredet.