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8 Chriſtliche Leichpredigt/ leicht thun/ daran man noch zweiffelen muͤſte e Sondern/ Es iſt ewers Vatters Wolgefallen/ Er wils thun: Es ſol ſogewiß ſein/ als wann es ſchon geſchehen/ vnd ſchleuſt hiemit allen zwei⸗ fel auß. Daher auch Paulus ſagt: Ich bin gewiß/ das weder Tode noch Leben mich ſcheiden kan von der Liebe Gottes/ die da iſt in Chriſto Jeſu/ Rom.8.
4. Was wil dann der Vatter thun? Er wil geben/ ſagt er/ das iſt/ in Chriſto vnd vmb Chriſti willen wil ers vns legiren oder verſchaffen/ als in einem Teſtament/ welches Chriſtus der Hen mit ſeinem Todt betkraͤftigen ſol. Dann ſonſt kan kein Teſtament kraͤftig ſein/ es werdedann zuvor mit dem Todt des Teſtatoris, der es gemacht vnnd auffgerichtet hat/ beſtetiget. Iſt demnach ſolches einpur lauter gnaden werck Goties/ wir verdienen es nicht/ wie es die H. Schrifft vielfeleig bezeuget. Wir haben es nicht verdienet/ ſondern Gottes Gaab iſtes/ nicht 2 wercken/ daß ſich nichtjemandruͤhme/ Roman.z. v.5. Fph. 2c.
S Was wil ergeben? Chriſtus ſagt: Das Reich. Cr ſagtnicht/ daß Tuͤrckiſche oder Roͤmiſche Keyſerthumb/ oder i⸗ gent ein ander weltliches Reich: Sondern das Reich/ welches er vorhin Gottes Reich genennet hat. Es iſt aber das Reich Got⸗ tes fuͤrnemlich treyerley. Erſtlich/ Regnum potentiæ, Got⸗ tes algemeines Reich/ in dem Er vber alles herſchet vnd regieret/ alles erhelt vnd wircket in den Creaturen/ davon wir leſen/ Pſal. 14. Dein Reich iſt ein ewiges Reich/ vnd deine Herſchafft we⸗ ret vor vnd vor. Dieſes Reich wird alhie nicht verflanden.
Darnach iſt Regnum gratiæ, das Reich der gnaden/ welches zu vns kompt/ wañ der himliſche Vatter vns ſeinen. H. Geiſt gibt/ daß wir ſeinem heiligen Wort durch ſeine Gnade glauben/ vnd goͤttlich leben hie Zeitlich vnnd dort ewiglich/ wie wir in der ander bitt des heiligen Vatter vnſers bekennen. Vnnd von dieſem Reich wird his eigentlich auch nicht geredet.


