5 Chriſtliche Leichpredigt/
Bauchſchwuͤlſtige alzeit ſorgen/ es moge jhnen mangeln/ ſo warnet Chriſtus weiter ſeineliebe Außerweite/ fuͤr ſolcher pein⸗ lichen Forcht vnd enſtiger Sorg/ daß ſie als Chriſten ſich von dem Sorg⸗Teuffel nicht ſollen reiten laſſen/ ſondernjhr Sorg auff Gott werffen/ vnd auf jhn hoffen/ Pf. jj. Heiſſet ſie auch viel mehr/ frachten nach Gottes Reich/ ſo werdeſynen das alles zufalen/ vnnd gibt jhnen dabey die troͤſtliche Verheiſſung der Beſitung ſeines Reichs/ darauff er vns zuforderſt beſchieden
hat.
z. ¶ Wer ſol ſich dannnicht forchten? Du kleine Herd ⸗ ſpricht er. Durch die kleine Herd verſteht vnd meinet er nit allein die Apoſteln/ ſondern alle die jeuige/ welche in jhren Anſechtun⸗ gen bey jhme beftedig in warem Glauben bleiben vnd verharꝛen. Wie Er dann an einem andern Otd/ als Mare iʒ. ſagt; Was ich euch(verſtehe den Apoſteln) ſage/ das ſage ich allen/ verſiehe allen Chriſten. Dahero leſen wir im anfang dieſes zwelften Capitels S. Lucæ: Es lief das Volck zu/ vnd kamen etlich viel Tauſentzuſamt/ alſo/ daß Sie ſich vndereinander traten. Da⸗ raus zuvernemen/ daß bey dieſer Verſamlung der HrC hri⸗ flus folgente predigt/ vnd alſo auch vnſere vorgeleſene Wort/ zu allem anweſendem Volck/ vnnd alſo nicht weniger auch zu vns geredet habe. Wie dann auch ſonſten das wortlein Herd ins ge⸗ mein fůr die gantze Kirche Gottes gebrauchet wird/ als Ezech. 34. Ich wil meiner Herd helffen. Ich wil mich meiner Herd ſelbſt ann hmen. Ja jhr Menſchen ſolt die Herd meiner Weide ſein/ vnd ich wil ewer Gott ſein. Vnd Petr.j. Weidet die Herd Chriſti. Daß aber Chriſtus dieſe Herd/ oder die Kirche Gottes klein nennet/ geſchicht darumb/ Daß ſievorder Welt ſehrge⸗ ring vnd vnanſehnlich iſt/ alſo daß ſie manchmal bevorab ʒur Zeit der Verfolgung kaum mag erkandt werden.. Darumb well derer viel find/ die ſie geringern/ als/.malè credentes, die
nicht


