Teil eines Werkes 
Centuriæ II. (1601) Decades Quinque Priores / [Verfasser einleitender Lyrik: Philippi Cobelii I.C. Et Jmperialis Cameræ Assessoris, Nicolai Revsneri Ivrisconsulti Saxoniæ Clarissimi, Petri Lindenbergii Poetæ Cæsarei]
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Die Dritte Frag.

SBVf die dite Hraa zukommen/ kanes im

Fall der Notturfft mit vielen Rechts⸗ gruͤnden dargethan vnd außgefuͤhret werden/

daß den vom Adel/ vei moͤg aller Recht/ geſtat⸗

tet vnnd zugelaſſen von jhrem Zuwachs Bier zubrawen/ vnnd daſſelb zuuerkauffen/ das auch dieſelbe vom Adel/ welche von jhrem Zuwachs Bier brawen/ vnd daſſelbe verkauf⸗ fen/ ſich dardurch jhrer Adelichen Freyheit vnd priuilegien nicht verluͤſtig machen/ cum id, quod iure permitteure fit, pœnam

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nullam mereatur. l. Gracchus. C. adl. Iul. d

Aasrt. 5 Zumandern/ die vom Adel/ welche Bier

brawen nicht allein von hrem Zuwachs/ ſon⸗

dern auch von gekaufftem Getreidicht Maltz vnd Hopffen/ vnd daſſelbe Bier verkauffen/ oder aber andere Buͤrgerliche Nahrung trei⸗ ben/ machen ſich dardurch jhrer Adelichen Priuilegien vnd Freyheit nicht vnfehig noch verluͤſtig/ deßfals/ da es des Orts vblich vnd gebreuchlich/ oder durch eine Gewonheit ein⸗ gefuͤhret/ daß die vom Adel/ ſich des Bier⸗ brawens vnnd anderer Buͤrgerlicher Nah⸗ rung gebrauchen/ prout tradit 77 iraquel. u

tract de nobili capit 32. numero vigeſimo primo.

Affirmans eandem opinionem amplecti Cæpol.& Mauh. de Afflict. in locis ab ipſa ci- ftatis. 8 Gleicher weiß vnnd zum dritten/ machen ſich die vom Adel/ welche auß zulaſſung eines Statuti oder luris municipal ſich des Bier⸗ brawens vnnd anderer Buͤrgerlichen Nah⸗ rung gebrauchen/ dardurch jhrer Adelichen Priuilegien/ Freyhe ten vnd Gerechtigkeiten nicht vnfehig noch verluͤſtig/ cum ſit clari 78 iuris, quod Statutum t& conſuerudo non differant penes cauſſam efficientem& ef- fectum ſiue poteſtatem, Bala. leg ſecunda. nu- mero quarto. Codid quæ ſit long. Iarauß dann folget/ das dieſelbe vom Adel/ welchen durch die Abſcheide/ ſo auff Landtagen gegeben oder bewilliget werden/ daß Bierbrawen vnd an⸗ dere Bürgerliche Nahrung zutreiben/ zugelaſ⸗ ſen/ ſich dardurch/ daß ſie ſich des Bierbrau⸗ wens/ oder anderer Buͤrgerlicher Nahrung gebrauchen/ jhrer Adelichen Priuilegien vnd Freyheit nicht verluͤſtig machen. Dann es iſt vngezweiffeltes Rechtens/ daß dieſelben Abſcheide/ ſo auff Landtagen gege⸗ ben/ vigorem legis, conſtitutionis& ſtatu- 90 ti obtineant, Cum omne factum abil. lo, qui legis ſiue ſtacuti condendi poteſta-.

Dn. Ioach. Mynſing. Iuriſconſ. German.

tem habet, legis ſiue Statuti vigorem ob. tineat Bartol,leg. pen. C. de donat. int. Vir. e5 97. Bart. l. Caſar. ſf de public. Partol. Alex. laſ. Rimi & Dad in l.ciuitar f ſicertumpet. 44 Zum vierdten iſt es zu Recht verſehen/ daß die vom Adel/ welche ſich auch in vnzuleſſi gen Faͤllen des Bierbrawens vnnd anderer Buͤrgerlicher Nahrung gebrauchen/ dar⸗ durch jhrer Adelichen priuilegien vndFig⸗ heiten nicht vnſehig/ vnwuͤrdig oder verlu⸗ ſtig werden/ deßfalls da ſie ſich derſelben vn⸗ zuleſſiger Nahrung nicht in eigner Perſon/ Beſondern durch jhre darzu beſtelte Diener gebrauchen Tiraquel. intractat. ae nobili. pite decimo ſeptimo. numero ſeptimo. cum 5. ſegg.& capite 3 lt men vigeſimo ſécundo. In quibus locis ipſe atteſtatur etiam Alb. de Roſ.& Alciat. hanc opinionem amplectitur,&

multas firmiſſimas rationes pro hac opi.

nione conbrmanda adducit. Weil es dann in dem zugeſtaltem Fallver⸗

meldet wirdt/ daß denen vom Adel des Ertz⸗

Stiffts M in den auff den Landtaͤgen gege⸗

ben/ vnd den von Stetten ſelbſt Beſiegelten Abſcheiden/ Bier zubrawen/ vnnd damit jhre

Kruͤge zuuerlegen/ auch andere Gerechtigkeit

geſtattet vnd zugelaſſen/ vnnd ſonder allen

zweiffel die vom Adel/ ſo ſich des Bierbrawens

vnnd anderer Buͤrgerlichen Nahrung ge⸗

braucht/ hierzu jhre Diener vnd Geſindege⸗ halten/ vnd es nicht in eigner Perſon gepflo⸗

gen/ ſo folget daß der Stette fuͤrgeben/ dem⸗

lich als ſolten die vom Adel des Ertz Stiſſts

M. ſich dardurch/ daß etzliche vnter jnen Bier

gebrawen/ vnnd andere Buͤrgerliche Nah⸗

rung gepflogen/ ihrer Adelichen Priuilegien

Freyheit oder Gerechtigkeit verluͤſtig oder

vnfehig gemacht haben/ zu Rechte nicht er⸗ gruͤndet. b 8 3

Zum fuͤnfften ſehlieſſen etliche RechtsLeh⸗

rer dahin/ daß auch dieſelbe vom Adel/ die ſich vnzimlicher Buͤrgerlicher Nahrung ge⸗ brauchen/ dardurch jhrer Adelichen Priuile⸗ gien nicht verluͤſtig werden/ es ſey dann/ daß ſie drey mall zu vnterſchiedlichen Zeiten ad-

maniret, daruon abzuſtehen/ vnd gleichwoll

deſſen vngeachtet bey derſelben vnzimlichen Nahrung verharren/ prout expreſſe hoc

tradit Egid. Thomasin traci. ae colleci.§. mo

bilitas per inuéſtituram. n. 2.

Welche Admonitio(wie ich es daruot

halte) in gegenwertigem Fall nicht geſche⸗

hen. Derwegen auch auß dieſer Vrſachen muß geſchloſſen werden/ daß dieſelbe

vom Adel des Ertz Suffts M. ſo ſich 1 des