Teil eines Werkes 
Centuriæ II. (1601) Decades Quinque Priores / [Verfasser einleitender Lyrik: Philippi Cobelii I.C. Et Jmperialis Cameræ Assessoris, Nicolai Revsneri Ivrisconsulti Saxoniæ Clarissimi, Petri Lindenbergii Poetæ Cæsarei]
Seite
30
Einzelbild herunterladen

o Dn. loach. Mynſing luriſconſ. Germani

zum erſten/ daß die fraw miteinem Kriegiſchen Vormuͤnden zu ſolchem Actu verſorget wer⸗ de/ vnnd mit demſelben vor Gericht erſcheine⸗

vnnd durch jhn in jhrem der Frawen beyſein⸗

der jenigen Perſon/ welcher die Vbergabe geſchied/ ein Verzeichnuͤs mit vberantwor⸗

tung der Schluͤſſel/ vbergeben laſſe/ welches

hernach dem Gerichtsbuche einzuuerleiben/

vnnd iſt in ſolchem fall nicht noͤhtig/ daß die

donirten Stuͤcke gegenwertig ſein/ ſondern genug/ daß die Vberlaſſung gerichtlich vnnd in loco iudicii, iudice pro Tribunali ſeden- te, geſcheheh. b

Daaaber vnnd zum Andern die Frawe/ ſo

obgeſatzter geſtalt jhre Gerade bey lebendigem Leibe zu vergeben bedacht/ nicht gerne ſ elbſt fuͤr Gericht erſcheinen wolte/ So mag ſie von

Gerichs wegen etliche Perſonen erbitten vnd abſchicken/ vor welchen ſolehe Donatio vnd Vbergabegeſchehe/ Dann ſolches hat nach

Land vblichem Sachſenrecht gleiche Wir⸗

ckung/ vnnd wird darfuͤr geachtet/ alß ob es

gerichtlich fuͤrgenommen vnd geſchehen were.

Solte aber auch zum Dritten eine Fraw jhre Gerade auſſerhalb Gerichts Donatione unter viuos vergeben/ ſo kan es in beyſein

zweyer oder dreyer Zeugen/ oder aber auch

vor Notarien vnnd Zeugen geſchehen/ Je⸗ doch ſo muͤſſen die Schluͤſſel als dann in ge⸗

genwart der Kaͤſten vnnd Truhen/ darin⸗ nen ſolche ſtuͤcke verwahrt/ dem donatario,

auch darneben die donirten Stuͤcke zugeſtalt vnnd vbergeben werden/ Gleichwol hat ſol⸗ cher weg allein ſtadt/ wann die Stuͤck in die Gerade gehoͤrig/ vber fuͤnff hundert Vnge⸗ riſche Guͤlden nicht theten austragen.

Dieweil aber ewer Gerade/ ohne zweif⸗

beſten vnnd ſicherſten ſein/ daß jhr den an⸗

dern weg gebraucht hetten/ Jedoch weil

ewer junges Soͤhnlein/ welchem die Bber⸗ gab obgeſchriebener maſſen geſchehen ſol/ noch Vnmuͤndig/ wolte von noͤhten ſein/

daß entweder jhme zu ſolcher Handlung ein Vormuͤnder verordnet wuͤrde/ der an ſeiner

ſtadt/ vnnd von ſeinet wegen die Vbergabe von euch annehme/ Oder es moͤchte dieſel⸗ be ewrem lieben Herrn vnnd Gemahl/ alß

dem rechten natuͤrlichen Vatter/ an ſtadt I0o0. / 1 Cum lege mitius agendum quam cum homine.

ſeines vnmuͤndigen Soͤhnleins geſchehen/ vnnd darzu auch Notarien vnnd Zeugen zu mehrer Bekraͤfftigung gezogen werden/ Da⸗

mit vber ſolchen Actum ein Inſtrumentum publicum auff den Nothfall vfſgericht et wer⸗

den moͤge. Ihr moͤget euch aher in allen obgeſchrie⸗

17 Salari

benen Faͤllen den gebrauch der vbergebenen vnd donirten Suc ufedertebenweltur halten/ welches alſo geſchehen kan/ daß nach beſchehener tradition oder vberantwortungder donatarius auch die donirte Stuͤcke/ oder die Schluͤſſel darzu wiederumb ſtelle.

Anno7sz5.

An Fraw Gertrudeng⸗ vorne von Vdenhauſa/ H. Adolphi Ellen Hern

zu Weiſſenburg Ehegem,

SVMMARIA.

1 Salarium an dandum ſit famulo infirmo de tampus

us fuit ivſirmun. 2 Principis beneficium plenißime interpretandum eßft Fiuſcq́; proprium eit liberalitatem exertere, nu- mero 3.

4 Principis liberalitatem per afluriam reſtringereabſo-

num& temerurium eſl.

eas praſtet, lex ex æquitate tacite iingit fuiſſepra-

urr 6 Conditio perinde habetur acſi impleta fuiſſet, quatia peꝛ eum, cuius intereſt eam impleri, ſtat quomi. nus impleatuu.

7 Condudloru facto aut culpa quando debitor opera nan preſtat, tunc nibilominms integra mercesilli de-

betur.

Aiatur facto eius, cui debet praſtare.

amulus per dominum expulſus nibilominusnd tots tem pore, etiam quo non ſeruiait, debet habere ſa-

larium.

1o Poteſtas, qui non geßit oficium culpa ciuium, nihils.

mints integrum habet ſalarium. u Feudi dominiu ſi conseſſerit alicui feudum Guardis vel Caſtaldiæ ratione opicii, ac iniuſte& ſine cauſſa auferat officium intra annum, ipſe nibilo- minus retinet feuldlum. 12 Contrackas Pincipis legis vigotem obtinet.

1z In beneſicii plenißime eſt facienda intetpreis-

r:0.

4 2

1 Sub Principis fide nemo decipi debet.

16 Falarium ſi debeatur ex contractu&r conuentione

inita cum Principe, tune non appellatur proprit mertes, ſed potius quadam remuneratiò& mu nificentia publica.

*

aliqua facienda eſt remißio, ſiue euenerit cſus

Vnd ich habe euch ſolchen bericht auff ewt freundlichs ſuchen vnd bitten/ als meiner gun⸗ ſtigen lieben Fraw Schwaͤgerin/ guter wol⸗ meinung nicht wiſſen zuuerhalten/ darauff ihr ewer gelegenheit werdet ferner wiſſen zu bedencken/ vnd euch jederzeit in ehren viel an⸗

genemer dienſie zu erzeigen/ bin ich gantz wil⸗

lig. Datum Helmſtadt den 20. Decembris

Per Locatorem operarum quando non ſtat, quo minwa

liwert A Arghe, e 4 Salarium deletur totumhu qui debet operam imge. fel ein viel hoͤhers werth/ Sol es wol am

4

um cuicun que debeatun, integrum debetut, nes