Teil eines Werkes 
Centuriæ II. (1601) Decades Quinque Priores / [Verfasser einleitender Lyrik: Philippi Cobelii I.C. Et Jmperialis Cameræ Assessoris, Nicolai Revsneri Ivrisconsulti Saxoniæ Clarissimi, Petri Lindenbergii Poetæ Cæsarei]
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Reſponſ. Iuris Decad. XIV. Reſponſ. VII. CONSILIVM vVII. b

SVMMARIVM. 1 Ad Teftamenti validitatem inter cetera requiritur, vt

res teſtata ſit talis, qua in teſtamento relinqui

poßit.

MWen freundlich dinſt zuuor/ Er⸗

bar/ Wolgeachter/ inſonders guter

Freundt/ Ich habe die Copey deß Te⸗ fiaments/ ſo Agnes Fauerbachin/ weiland

Peter Harthertzen ſelige nachgelaſſene Witti⸗ be verordnet/ durchleſen/ vnd ſo viel in eil ge⸗

ſchehen koͤnnen/ erwogen/ befinde aus dem⸗ ſelbigen vnter andern/ daß ſie das jenige/ was

ter/ Agnes Fauerbachin/ deßgleichen Emeren⸗ tzen/ Magdalenen/ vnd Kreinen/ jhres vori⸗ gen Ehemannes Bruders Tochter/ per viam inſtitutionis im Teſtament zugewand/ wel⸗ ches aber ſie nach Sachſen Recht nicht macht gehabt zuthyuumn.

Denn ob wol ein Weib durch die vbergab

jhre Gerade vnter lebendigen/(condonatio-

ne inter viuos) verendern vnd vbergeben kan/

wann ſie die gebuͤrliche form vnnd ſolemnitet dariñ helt/ ſo die Sachſen Recht erfordern/ wie in den newen Conſtitutionibus Saxonicis, im Jahr 72. außgangen in 2. parte titul. 14. zuerſehen/ ſo iſt ſie dennoch nicht befugt durch Teſtament oder andern letzten willen dieſelbi⸗ ge der Nifftel zu nachtheil ohne jhre bewilli⸗ gung zuvermachen oder zuvbergeben/ Lehenr. c. gy. in gl. Weichb. art. 23. 70. G 6.

So ſeindt auch im gegenwertigem Fall die Perſonen/ auff welche die Teſtirerin jre gerade gewendet/ nit von der Spielſeiten oder Wei⸗ besgeſchlecht/ ſondern von Schwertmagen/ (ab agnatis ſine linea maſculina) entſproſ⸗ ſen/ derowegen ſie auch nach Sachſen Recht

der Gerade vnfehig ſind/ denn niemand kan fi

Gerade nemmen/ denn allein die von Weibs halben darzu gehoͤren/ Weichbild art. 23 in el. adzsneer.

Weil dann die Teſtirerin von ſolchen Guͤ⸗

tern in jhrem Teſtament diſponiert vnd ord⸗

nung gemacht/ die durch letzten willen nicht koͤnnen vergeben werden/ ſo folget daß deß ſuͤckßhalben/ das angezogene Teſtament von vnkraͤfften vnd gantz nichtig ſey. Ad teſta⸗

menti enim validitatem inter cetera re-

quiritur, vt res teſtata ſit talis, quæ in teſta- mento relinqui poſſit. Vnd derowegen der

gedachten Teſiirerin nechſte Nifftei oder Ge⸗ ſpiel vnd Verwandte von der Spielſeiten/ viel beruͤrts Teſtaments vngeachtet daß nachge⸗ laſſene Gerade zu erfordern habe/ es ſey derſel⸗

29 ſelben eine oder mehr in gleichem grad/ denn alle die ſich von der Spiel haben zu der Sippe zu gleich geſippen moͤgen/ die nemen gleichen theil an der Gerade/ vt Landtrecht libr. r. arta. Weichbild art. 22.in gloſ. Was andere defectus vnd maͤngel des offt⸗ gedachten Teſtaments belangen thut/ als daß Teſtatrix Zeugen nicht ſelbſt gebeten/ vnnd er⸗ beten/ jhres fuͤrgelegten letzten willens zeugen zu ſein. Item daß der Notarius ſich nicht ſub⸗ ſeribirt/ vielweniger ſein Notariat zeichen vn⸗

ter das Inſtrument geſetzt/ ꝛc. Solches alles

hat man nichts ſonders zu fechten/ denn es iſt

ſonſt zur Gerade gehorig/ jres Bruders Toche der nechſten Spilen genug/ daß jhnen die Ge⸗

rade im Teſtament nicht habe vergeben werden koͤnnen/ ob gleich alle gebuͤrliche zierlichkeit ſonſt darinne were gehalten worden.

Vnd ich habe euch ſolches alſo in eil/ auff ewer beſchehen ſuchen vnd bitten/ vnangezeigt nicht wollen laſſen/ denn euch jederzeit freund⸗ lich zu wilfahrẽ bin ich geneigt. Oatum Helm⸗ ſiadt Dinſtags nach Miſericordias Domini, Anno 74.

GoNSILIVvM VI. L Dle vnd Vieltugentſame Fraw

von Weiſſenburg/ vnd freundliche lie⸗ be Schwaͤgerin/ auff ewer gethanes ſu⸗ chen vnd bitten/ euch zu berichten/ welcher ge⸗ ſtalt ihr ewre Gerade/ ewrem lieben jungen Soͤhnlein(weil jhr keine Toͤchter von ewrem Leibe geboren habt) kuͤnfftiglich vermachen/ vnd zueignen moͤchten/ habe ich der ſachen nachgedacht. Vnd weiß euch darauff freundlich nicht zu⸗ verhalten/ daß die gemeine beſchriebene Keyſer Recht/ von der Gerade nichts wiſſen/ ſondern iſt allein in den Saͤchſiſchen Rechten dauon zu inden.. Nun ordnen dieſelbe außdruͤcklich/ daß durch Teſtament oder andere letzte willen/ die Gerade der nechſten Mumen/ oder Nifftel nicht koͤnne verendert werden/ aber durch die vbergabe vnter den Lebendigen(& ſic inter vi- uos) kan die Gerade/ oder die ſtuͤcke/ ſo zur Ge⸗ rade gehoͤren/ der Nͦfftel wol entzogen werden/ jedoch daß die Fraw jhrem Ehemanne dieſel⸗ bige nicht zuwende/ denn ſolche donation oder Vbergabe were vnkraͤfftig/ alſo das ſie auch

durch folgend abſterben/ der Frawen nicht be⸗

kraͤfftiget wuͤrde. Es ſind aber etliche gewiſſe

formen in Sachſen Rechten fuͤrgeſchrieben⸗

durch welche eine Fraw die Gerade alſo durch

eine Vbergab vnter den lebendigen kraͤfftiglich

Lerendenm und derlaſſen kan, nemueh vnnd ee in