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verſchienen 1572. Jahr wider an ſich erkaufft/ vnd das Kauffgeldt dem Rath erlegt/ vnd ein
Vogt in die Statt verordnet/ die Vogtey vnd
Gericht mit jhrer Zubehoͤrung im Namen deß Fuͤrſten zuverwalten.
Nun geſchehen aber vom Rach demſelben Vogt jetzt vielerley eingriff vnd verhinderun⸗ gen/ in Berwaltung ſeines Ampts/ ſonderlich/ daß der Rath etliche/ ſo gewalt gethan/ vnnd
delinquiet, ohne vorwiſſen deß Fuͤrſilichen
Vogts ſelbs gefenglich eingezogen/ eines theils geſtrafft/ einestheils wider ledig gelaſſen/ Leut inn der Statt begleitet/ daraus verweiſet. Es will auch der Rath nicht geſtatten/ daß die ge⸗ richtliche Klage fuͤr den Vogt gebracht/ vnnd er Girariones darauff außgehen laſſe/ ſondern hat zwo Perſonen verordnet/ vorde⸗
nen die Klage taͤglich zwo ſtundt angehoͤrt
werden/ die verordnete Perſonen fordern die Pariheyen vor/ legen jhnen gebott vnd verbott auff/ geben beſcheidt/ mandiren, fried gebott/ bezahlung/ vnnd exequiren es durch den Marcktvogt/ alles abweſendt/ vnd ohne wiſ⸗ ſen des Fuͤrſtlichen Vogts. b Dieſe zwo Perſonen zum Gericht verord⸗ net beſtellen die Gericht nach jhrem gefallen/ vnnd fordern dann erſt den Fuͤrſtlichen Vogt Gericht zuhalten/ wollen auch dem Fuͤrſtlichen Vogt nicht geſtatten/ das Wort zuhalten/ wann Partheyen vorkommen/ vnnd jhnen beſcheid ſoll gegeben werden.
Die Bruͤche von Vnzucht will der Rath al⸗ lein haben/ auch von Criminal ſachen/ die Buͤrgerlich vertragen werden/ Item wollen dem Fuͤrſten das Geleit in der Statt nicht ge⸗ ſtatten/ noch den Arreſt vber die frembdet. Auch von Erbſchafften/ Heergewetten/ Fra⸗ wen gerade/ die Erbloß gefallen/ Deßgleichen von außgeſchlagenem Gut/ nichts/ Item vn⸗ derſtehen ſich von des Fuͤrſten Gericht an den Rath zu appelliren, vnd was dergleichen mehꝛ eingriff vnd verhinderungen ſeyn moͤgen.
Hierauff wirdt gefragt/ ob nicht vnder den Worten(vnſer Vogtey mit Gericht vnd aller Gerechtigkeit) merum& mixtum Im⸗ peti mcum mmplici iurisdictione,& ſic tota& omntmoda iurisd ctio begriffen ſey/ vnd dem Nath gebuͤhren woͤlle ſpecialem ex⸗ emptionem zubeweiſen? Oder ob nach des Raths zu L. meinung/ ſingularis quædam ſpecies ſurisdictionis, oder ſimplex luris- d to darunder vorſtanden werde⸗
So viel nun dieſer Quæſtion oder Rechts⸗ frag erledigung betreffen thut/ muß ich an⸗
b Reſponſ. luris. Decad. XIII. Reſponſ. III. Negierende Juͤrſt/ Hertzog W. der Junger/ Hochgedachts Hertzogen H. Nepos, im nechſt
115 fenglich bekennen/ daß die Kauffoder Pfands⸗ verſchreibung vber die Vogtey zu L. mit dem Gericht/ etwas tunckel vnd vnklar geſetzt/ alſo daß darauß/ was mit dieſem worten Vnſere Stattvogtey/ Gericht vnnd Gerechtigkeit) gemeynt wirdt/ nicht wol zuerlernen/ denn fuͤr beyde Parteyen allerhant ſtadtliche argamen- ta vnd Rechtsgruͤnde angezogen werden koͤn⸗ nen. Erit igitur quæitio Sabbatina, vnnd ſchwerlich darin/ ohn weitere außfuͤhrung der vmbſtende/ ſo miteinlauffen/ zu decidirn, vnd entlich zuſchlieſſen ſeyn/ Ich will aber in dieſem meinem Nathſchlag die vornembſte tanda- menta, provttaq parte facientia einfeltig⸗ lich anzeigen/ vnd darauff was in dieſem zwei⸗ fel Hochermeltem Fuͤrſten/ Hertzog W. dem
Juͤngern/ biß zu weiterer außfuͤhrung vnd er⸗
orterung zuthun/ oder vorzunehmen ſey/ kuͤrtz⸗ lich vermelden. Der Allmechtig woͤll ſeine Gnad darzu geben. Amen.—
KATIONES ET ARGVMEN. ta pro Duce L.
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WNd anfaͤnglich moͤcht man auff des Hertzogen
ſeitẽ nachfolgende motiua vnndargumenta ge⸗ brauchen/ daß die wort(vnſere Stadtvogtey/ Gericht vnd gerechtigkeit) auff alle ſpecies iuriſdictionis, me- rum ſcilicet& mixtum imperium cum ſimplici iu- riſdictione, vnd alſo omnimodam iuriſdictionem koͤnnen gedeutet vnd verſtanden werden.
Dann erſtlich ſeind die Hertzogen zu L. Præſides prouinciæ Landsfuͤrſten vber L ja die Stadt vnnd gantzes Fuͤrſtenthum L. iſt jhr Fahn Lehen/ Landr. lib.. art. 72. in glo. vbi B. Duces vocantur ſuperillu- ſtres. Nun iſt gar kein zweiffel daran/ daß die belehnte Fuͤrſten omnimodam iuriſdictionem vber jhre Staͤdte haben/ iuxta Zaſe inl. imperium. ff. de iuriſal. om. ind. vęrſ. go ita ſentio. col.( milnu) y. in fin. facit l.z. & A. lex omnibus cum duab. ſeoe. ff. de off. præſ. vbi firmatur, Præſides prouinciarum habere iuriſdi- ctionem omnium magiſtratuum Komanorũ. Ha-
bent ergo omnimodam iuriſdictionem. Wie auch
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den Furſten ſolche Hoheiten von dem Roͤm Kayf ge⸗ meinlich geliehen werden. In maſſen die Hertzogen zu B. vnnd L. vber etliche viel hundert Jahre jhre Kand in Lehen vnd gewehrſchafft gehabt/ genoſſen vnd ge⸗ braucht/ vnd alſo auff den jetzregierenden Fuͤrſten das Land L. kommen vnd gefalln/ auch von Kay Mayt. zu Lehen empfangen/ vnnd bißhero beſeſſen/ Darumb
haben dißfals S. F. G. fundatam intentionem de
iure communi, quo ad regalia, merum mixtumque imperium,& ſimplicem iuriſdictionem omnium terrarum& locorum, ac per conſequens etiam ci- uitatis L. quæ in Ducatu& finibus L. continetur. l. I. S. cum vrbem. ff. de off. præf. vrb. l. forma.. ſi ve- ro. ff. de cenſ. l. pupillus.§. territorium. ff. de I. S.& Deci. conſal. 529.
Vnd wird demnach billich ratione præſumtæo- mnimodæ iuriſdictionis der Stadt& ſo ſich allein auff ein conſuetudinem, priuilegium vel præſcri- ptionem gruͤnden kan/ fuͤrgezogen. Sicut probatur in c. cum perſonæ. in fin. de priuil. lib. 6. Vbi, quando
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