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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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wenigſtens Erſteres, Ziegenhainer Beſitzungen waren, die dieſem von ſeiner Gemahlin zugebracht waren. In dieſem Fall läßt es ſich auch eher erklären, daß einer der Landgrafen vor Friedrich zum Schutz ſeines beinahe unmittelbar an Staufen⸗ berg grenzenden Gerichts Ebsdorf die Burg ohne das Gericht von den Grafen von Gleiberg oder einem andern Beſitzer er⸗ worben haben kann, als daß ein Graf von Ziegenhain dieſelbe, die von allen ihren Beſitzungen weit abgelegen war, gebaut oder gekauft haben ſollte.*³)

Was die Herborner Marb betrifft, ſo haben wir oben (§. 28 unter 34) geſehen, wie ausgebreitet die von den Herrn von Merenberg abgeleiteten Rechte ihrer Vaſallen, der Herrn von Dernbach, in derſelben waren und daßdieſe zugleich uralte Gleibergiſche und daher auch Tübingiſche reſp. Gießener Mi⸗ niſterialen waren. Die von dem Grafenhaus erworbenen Rechte gaben Heſſen wahrſcheinlich neue Veranlaſſung zur Geltend⸗ machung ſeiner Rechte auf die Herborner Mark, welche als Beſtandtheil der Comitia Rucheslo von ihm auch zum Ober⸗ lahngau und ſomit als ſeinen oberhoheitlichen Rechten unter⸗ worfen angeſehen worden ſein mag, obgleich es den Kirchſatz zu Herborn und dieſe Mark an Naſſau zu Lehn gegeben hatte. Zur Unterſtützung dieſer Anſprüche erwarb Landgraf Otto (1309) von den Herrn von Dernbach deren Burg an der Ahrd und gab ſie dieſen als ſeinen Burgmannen zu Lehn. Es führte dies zu der langwierigen Dernbacher Fehde, in Folge deren

⁴¹8) Daß Staufenberg vom Kloſter Fulda zum Schutz dortiger Schen⸗ kungen in Mainzlar und Daubringen angelegt und ſpäter ſeinen Vögten, den Grafen von Ziegenhain, zu Lehn gegeben worden ſei, wie Nebel im Archiv für heſſ. Geſch. Bd. 5, Nr. 17 meint, iſt darum nicht wohl glaublich, weil das Kloſter ſchwerlich zum Schutz von 12 Morgen und einem Bauernhof eine Burg erbaut haben wird, und Ziegenhain die Burg Staufenberg nicht als ein beſonderes Lehn, ſondern nur die Vogtei des Kloſters Fulda von dieſem zu Lehn trug und erſt Heſſen die ganze Grafſchaft Ziegenhain incl. Staufenberg als fuldiſches Lehn anerkannte.(Schannat Clientela Fuld. p. 6. 31.)