—
—
— 290—
Es gehören dahin:
a. Das Land an der Lahn; in daſſelbe gehörten die Orte Wismar, Launsbach, Kinzenbach, Heuchelheim, Rodheim und Fellingshauſen und wahrſcheinlich urſprünglich auch das ausgegangene Kropbach.¹⁸) Bei der erſt 1585 vorgenommenen Theilung zwiſchen Heſſen und Naſſau kamen die drei erſteren Orte an dieſes, die drei letzteren an jenes.¹*) Dieſe hatten mit Kinzenbach und dem Vetzberg einen gemeinſchaftlichen Markwald, die Rodheimer Mark, der erſt zum Theil im vorigen, zum Theil in dieſem Jahrhundert getheilt wurde; ²⁰°) Wismar hatte einen eigenen Wald. Die Pfalzgrafen beſaßen in den Orten des gemeinen Lands ebenſowohl wie die Merenberger Güter und Gefälle. Landgraf Heinrich I. verſchenkte die zu Launsbach(Luinsbach) und Wismar ſchon bald nach dem Erwerb von Gießen(1271) an das Kloſter Altenburg. ²¹) Bei Wismar kommt im Maiazer Decanatsregiſter noch ein Ort Burſchied vor; er lag wahrſcheinlich am Wismarbach und iſt identiſch mit dem unter dieſem Namen vorkommenden Ort,
¹8) S. oben§. 7. Wismar hatte übrigens nach einer heſſiſchen Notiz von 1460(Beurk. Nachrichten II., Beil. Nr. 364) in früherer Zeit ein eigenes Gericht, wahrſcheinlich weil es auch einen mit dem großen Krofdorfer zuſammenhäugenden eigenen Wald hatte, und das übrige gemeine Land an der Lahn, war in zwei Gerichte getheilt, eines zu Krofdorf, zu welchem aber Krofdorf ſelbſt nicht gehörte, ſondern nur Launsbach, Rodheim und Fellingshauſen und eines zu Heuchelheim, das nur noch Kinzeubach umfaßte. Später bildeten alle 6 das Ge⸗ richt des gemeinen Lands an der Lahn.(Daſ. Nr. 231.) Zu dem⸗ ſelben gehörte noch der Weiler Bieber, der zum Theil im Solmſiſchen Gebiet, das der Bieberbach begrenzte, gelegen war; er kommt 1304 vor. Es iſt dies der Ort Bebera, den Abicht a. a. O. Bd. 2, S. 214, nicht zu finden weiß.
¹6) Abicht a. a. O. Th. 1, S. 204.
²⁰) Auch Dorlar und Atzbach ſcheinen an dieſem Wald betheiligt geweſen und erſt ſpäter davon abgetheilt worden zu ſein. Die Rechte von Heuchelheim daran waren wegen ſeiner Entfernung am geringſten und ſein Antheil iſt daher auch der kleinſte.
2¹) Gudenus I. c. T. 2, Nr. 136, p. 176.


