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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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ßenden wahrſcheinlich auch aus Anrodungen deſſelben ent⸗ ſtandenen Orten Salzböden und Odenhauſen, ferner die älteren, beſſer bevölkerten und wohl auch einträglicheren Dörfer bei Wetzlar, Dorlar, Atzbach und Garbenheim; zu Gießen kamen dagegen, vielleicht zur Ausgleichung, noch Großlinden und Klein⸗Rechtenbach. Jene bildeten hernach das Amt Gleiberg, dieſe das Oberamt Gießen. Die Beweiſe dafür, daß Wieſeck ebenſo wie die in Gießen aufgegangenen Dörfer und Klein⸗ Rechtenbach zum Schöffengericht zu Gießen bis ins vorige Jahrhundert gehörten, ſind oben(§. 21) beigebracht.— Wieſeck war mit einem Haingraben umgeben und hatte eine ſteinerne Pforte, welche noch ſteht; der Bauart nach mag ſie aber erſt aus dem 14. Jahrhundert herrühren; auf allen andern Seiten war der Ort geſchloſſen und daher zur Vertheidigung geſchickt. Wahrſcheinlich war Großlinden damals ſchon in ähnlicher Weiſe befeſtigt, wurde es aber noch mehr als es zur Stadt erhoben wurde. Die anderen Dorfer waren offen.— Großlinden gehörte den Pfalzgrafen von Tübingen und nach ihnen den Landgrafen von Heſſen allein bis zum Jahr 1396, wo die Hälfte davon von Landgraf Hermann an ſeinen Schwager Graf Philipp von Naſſau gegen die Hälfte des Kirchberger Gerichts, beſtehend aus Mainzlar, Daubringen(Debbinge), Lollar, Ruttershauſen (Rudhardishuſen), Heibertshauſen(Hyfriedishuſen), Eins⸗ hauſen und Dückenbach, vertauſchtwurde.) Großenlinden,

Wappen aus ſpäterer Zeit als der der Gleiberger. Da es ungewiß iſt, ob das eine Wappen den heſſiſchen, naſſauiſchen oder ſolmſiſchen Löwen darſtellen ſoll, ſo iſt die Bedeutung des Steins um ſo weniger zu ermitteln. Vielleicht bezeichnete er eine alte Malſtätte eines ge⸗ meinſchaftlichen Gerichts der Herrn, deren Wappen daran angebracht i*ſt, die häufig in Waldungen lagen; dann würde dieſes wohl für den gemeinſamen Krofdorfer und Wismarer Wald beſtanden haben.

Wenck a. a. O. Th. 2, Beil. 431. Einshauſen lag zwiſchen Lollar und Daubringen und Dückenbach zwiſchen Staufenberg und Friedel⸗ hauſen.(Wagner, Wüſtungen, Oberheſſen, S. 182, 185.) Heiberts⸗ hauſen iſt jetzt nur ein Hof, beſtand aber früher aus mehreren Höfen, während Friedelhauſen niemals eine Gemeinde bildete.