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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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ſelten auszuüben Veranlaſſung gehabt haben dürften, nur einen geringen praktiſchen Werth gehabt haben. Das Thal Glei⸗ berg, wozu nur der um die Burg angelegte Flecken zu rechnen war(apud Gliberg in den Urkunden der Gleiberger Grafen), folgte ſelbſtverſtändlich der Burg ſelbſt. Der Flecken war auch wohl zu jener Zeit ſchon mit Pforten, Mauern und Graben verſehen, da die darin ſtehenden Burgſitze einen ſolchen Schutz erheiſchten und der älteſte Theil der Kapelle vor der Burg war ſicher auch ſchon vorhanden. Der Eingang zur Vorburg war dagegen nicht ein doppelter, wie jetzt, ſondern ſtieg inner⸗ halb des Fleckens, unmittelbar unter der Burgmauer her, zu dem Eingangsthor bei der Kapelle auf, die erſt nöthig wurde, als der Flecken um die Burg entſtanden war und die ganz alte enge Kapelle in der Burg ſelbſt nicht mehr genügte. Vom Dorf Krofdorf, obwohl es ſpäter zum Thal gerechnet wird und die Kirche enthielt, muß nicht daſſelbe gelten, was vom Flecken, da es weit älter war als die Burg, die in ſeiner Gemarkung entſtand. An Burg Gleiberg machten aber auch noch die Beſitzer von Kleberg Anſprüche, wie daraus hervor⸗ geht, daß Landgraf Heinrich I. in jener Urkunde Hartrad von Merenberg verſprach, ſich mit den Edeln von Yſenburg und Brauneck(nobilibus viris de Ysenberg& de Brunecken) nicht anders zu verſtändigen, als wenn dieſelben dieſe Zuwendungen an Merenberg genehmigten und dieſe theils ſicher, theils wahr⸗ ſcheinlich Miterben von Kleberg waren.¹*) Es beſtätigt ſich

⁶) Gerlach von Iſenburg⸗Limburg theilte mit ſeinem Bruder Gerlach und für dieſen mit deſſen in ſeines Vaters Rechte eingetretenen Sohn Ludwig(1258) die Herrſchaft Kleberg.(Wenck a. a. O., Th. 3, S. 342, Note r.) Dieſer Ludwig von Yſenburg war in Gemeinſchaft mit den Gebrüdern von Hohenlohe genannt Bruneck ein Miterbe Ger⸗ lachs von Büdingen(† 1247), daher Rechte dieſer an Kleberg um ſo wahrſcheinlicher ſind, als Gerlach von Büdingen ſelbſt ſchon ſolche be⸗ ſeſſen zu haben ſcheint.(Wenck a. a. O. S. 338.) Es läßt ſich da⸗ her keineswegs mit Gewißheit, wie Wenck(a. a. O. S. 260, Note n) ausſpricht, davon ausgehen, daß die Anſprüche der Grafſchaft Kleberg