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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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Erzbisthum und daher ſtets zum Oberlahngau gerechnete Cent Kirchberg, das Lollarer Gericht, die Grenze. 14)

Die Mark Wieſeck erſtreckte ſich daher hier bis an das Kirchengebiet von Buſeck, Winnerod, Treis und Kirchberg. Jenſeits der Lahn, welche hier nach ihrem urſprünglichen Lauf zu berückſichtigen iſt, lagen die Marken Nodheim und Krofdorf. Erſtere beſtimmt ſich nach ihrer bis in die neueſte Zeit beſtan⸗ denen Waldgemeinſchaft und enthält danach, außer Rodheim und Fellingshauſen, urſprünglich auch Heuchelheim, Kinzen⸗ bach, Atzbach und Dorlar.

Zur Krofdorfer Mark gehörten wohl nur Krofdorf und Launsbach, da Wismar, Odenhauſen und Salzböden ſchon zur Mainzer Diöceſe gerechnet werden.**) Hinter dieſen und hinter der Girmeſer und der an die Gönſer weſtlich ſtoßenden Wanendorfer Mark, die das Wetzgebiet umfaßte,**) grenzte die große Erdaer und Solmſer(Sulmisheimer) Mark an, welche auch öfter als eigene Untergaue des Lahngaus bezeichnet wer⸗

¹¹) Nach einer Urkunde aus dem 13. Jahrhundert(1237) lagen nördlich von hier(im Oberlahngau) die Gerichte(Centen) Gladenbach, Lohr, Reitzberg(Frohnhauſen), Kirchberg, Treis und Londorf.(Gudenus, Cod. Diplom. T. 1. p. 544.) Die Centen waren zwar urſprüng⸗ lich wohl Bezirke von 100 Familien, ſpäter iſt der Begriff derſelben ſehr zweifelhaft; hier iſt ein mit der Mark oder dem Kirchſpiel zu⸗ arnmenfallender Gerichtsbezirk darunter verſtanden; in anderen Fällen iſt es ein einzelner Diſtrict(der Centbann Lindes, die Cent Fernewald.) ¹²) Wenck heſſ. Geſchichte Thl. 2. S. 435, 436. Wahrſcheinlich lag auch ein ausgegangenes Dorf Feilinghofen noch in Krofdorfer Mark. 4 ¹3) Der Ort Wanendorf, welcher an der Wetz bei Nauborn und in deſſen Mark Wetzlar lag, wird zwar auch in ganz alten Zeiten in die Gönſer Mark gerechnet(z. B. 804, Cod. Laurishem. III. 16, Nr. 3076), gab aber wenigſtens ſpäter längere Zeit einer beſonderen bedeutenden Mark den Namen; er ſcheint früh ausgegangen und die Mark dem Lauf der Wetzbach nach getheilt worden zu ſein, wodurch ein Theil zum Solmsgau, der andere zum Gericht Hüttenberg fiel. (Abicht, der Kreis Wetzlar, Th. 1, S. 46 48. Wigand, Wetzlarer Beiträge, Bd. 1, S. 48.)