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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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§. 2. Urbewohner der Gegend, Celten, Chatten.

Von den erſten Bewohnern unſerer Gegend, als welche wir vor der germaniſchen Einwanderung die Celten anſprechen müſſen,¹) finden ſich keine Spuren weiter, als alte Stein⸗ waffen, welche in der Umgegend vielleicht häufiger als in irgend einer andern gefunden und von den Landleuten unter dem Namen Donnerkeile aufbewahrt wurden; ²) die Zahl die⸗ ſer Funde ſpricht für eine ſehr frühe Cultur der Gegend des Lahnthals. Die Gräber, welche ſich in der Gegend von Gießen häufig finden, enthalten dagegen ſolche Steinwaffen nicht, ſondern Gegenſtände von Bronce und mitunter von Eiſen;²) man wird ſie daher nicht für celtiſchen Urſprungs, ſondern eher für germaniſche halten müſſen.

Die deutſchen Bewohner der Gegend waren ſtets die Chatten(Hatten, Haſſen), der von den Römern als der tapferſte und tüchtigſte anerkannte Volksſtamm der Germanen. 4) Wenn man darunter einen urſprünglichen Bund einzelner Stämme, der ſeinen Namen vielleicht von ſeiner Beſchäftigung mit der Jagd(Hatze, chasse) herleitete, verſtehen kann und den Stamm der Batten, die auf die nach ihnen benannten bataviſchen Auen auswanderten,*) an die Eder, die Matten, welche wohl aus der Gegend von Mattium, der Hauptſtadt des Landes, hinter der Eder gelegen, in die Wetterau und den Rheingau zogen,*) als einzelne Stämme derſelben kennen

Ph. Dieffenbach zur Urgeſchichte der Wetterau, im Auhin für heſſ.

Geſchichte Bd. 4 Heft 1 S. 24.

²) Der verſtorbene Candidat Bernbeck hatte deren, meiſt aus hieſiger Gegend, mehr als 100 geſammelt, welche größtentheils in das Muſeum

zu Wiesbaden Tonman ſind.

Siehe unten§. 2

4) Tacitus de situ, moribus et populis Germaniae cap. 30 und 31.

) Tacitus I. c. cap. 29 Cattorum quondam populus et seditione domestica in eas sedes transgressus. Battenberg und Battenfeld ſollen noch an ſie erinnern.

6) Tacitus l. c. cap. 29 Mattiaci iſt romaniſirt.