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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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wiederholenden Ueberſchwemmungen der beiden Flüſſe aus⸗ geſetzts') und deshalb zu einer dauernden Wohnſtätte nicht geeignet. Sie mochte ſelbſt zu Pfahlbauten nicht paſſend ſein, da der Moraſt des Wieſeckgrundes im Sommer ziemlich aus⸗ getrocknet ſein wird. Man hat daher auch noch keine Spur von ſolchen gefunden. Zwar erzählt der Gießener Profeſſor und Superintendent Liebknecht in ſeiner SchriftHassiae subterraneae specimen pag. 136: es ſeien im Jahr 1709 beim Graben eines Kellers zu einem neuen Hauſe in der Mitte der Stadt ſehr große und aſtige Baumſtämme in der Erde gefunden worden, welche man, weil ſie in ihrer ganzen Größe den Bauplatz beinahe eingenommen hätten, habe ab⸗ hauen müſſen, und wirft dabei mit Rückſicht auf ihre Länge, Dicke und Feſtigkeit den Zweifel auf, ob ſie nicht bei der erſten Erbauung der Stadt zur Befeſtigung der Fundamente herbeigeſchafft worden ſeien; allein er erklärt ſich doch ſchließ⸗ lich ſelbſt dafür, daß ſie eher durch die Fluthen der Lahn in dem Alluvialboden angeſchwemmt worden ſein möchten, was ſich aus ihrer Lage, ſowie aus dem Umſtande, daß die Aeſte noch an den Stämmen befindlich waren, leicht mußte beur⸗ theilen laſſen. Es enthält aber dieſer Boden in der Gegend von Gießen, wie dies Liebnecht a. a. O. pag. 51 ſelbſt bezeugt, viele ſolche angeſchwemmten Stämme, die ſich bei Uferbrüchen der Lahn im Heßler und Eingrabungen noch häufig finden; dieſelben ſind, wie auch Liebknecht mittheilt, ſchwarz wie Eben holz und laſſen ſich zu Möbeln verarbeiten. Ihre Auffindung im Boden von Gießen iſt daher nicht von einer künſtlichen Verwendung ſolcher Stämme zu erklären.

und wenn der Boden der Stadt künſtlich in dem Sumpf aufgetragen worden wäre, müßte man die Vertiefung, die dadurch entſtanden, finden. ³) Noch im 16. und 17. Jahrhundert ſtand ſelbſt der Marktplatz manch⸗ mal unter Waſſer.