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Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
Entstehung
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Sophia hatte ausser anderen Schlössern und Städten auch Wild- ungen, Keseberg und, wie es scheint, auch Staufenberg erhalten. Sie war mit Burgeraf Burkhard von Magdeburg vermählt und dieser wollte nun ihre Ziegenhainischen Besitzungen an den Erzbischof von Mainz verkaufen. Sophia gab ihre Einwilligung dazu, dennoch erhielt der Erzbischof die Güter nicht, sondern Burkhard verkaufte sie, gegen den Willen seiner Gemahlin, an Landgraf Ludwig IV. den Heiligen. Dieser starb aber in demselben Jahre 1228 und hinterliess einen 4jährigen Sohn Herman, während dessen Minderjährigkeit dann seines Vaters Brüder die Regierung übernahmen und zwar so, dass Heinrich vorzugs- weise die thüringischen, Konrad die hessischen Besitzungen verwaltete. Konrad hatte sich, wie es scheint, sogleich in Besitz der von Burggraf Burkhard an Ludwig IV verkauften Ziegenhainischen Güter gesetzt, obschon die Gräfin Sophia sowohl, als auch der Bischof von Mainz Ein- sprache dagegen gethan hatten, aber da Konrad, der auch die Güter Juttas durch Kauf erworben hatte, im Besitz war und da nach seinem Tode 1240, sein Bruder Heinrich(Raspe IV) ein mächtiger Fürst und Reichsverweser ward und sich 1246 zum Könige wählen liess, so konnte Sophia von Ziegenhain nichts gegen ihn ausrichten, wie dieses Alles sich aus den 3 Urkunden erkennen lässt, welche hier in Abschrift folgen:(Wenck I. U. B. 150. Nr. 114.)

Anno dom. 1233, 25. März. Landeraf Conrad v. Thüringen vergleicht sich mit den Grafen Gottfried und Berthold v. Cygenhagen über verschiedene Landesangelegenheiten, und verzichtet hierbei auf alle Rechte an der Burg Stouphenberch:

Converimus in hung modum, quod ipsis Comitibus concessi- mus in feodo quidquid Frethericus Comes de Wildungen, patruus noster habebat Cygenhagen infra fossata castri ejusdem, ac mi- nisteriales eidem attinentes ipsis dimisimus, ita quod quicungque tune temporis habuerit uxores ministeriales nostras, nobis simpli- eiter cedent, et alii quicunque de eadem familia Cygenhagen mi- nisteriales essent mansionarii trans Fuldam.-

Renunciavimus etiam omni juri quod videbamur habere in castro Stouphenberch, ad quod non debemus edificare quod dieitur burehligebu(d. i. burglichen Bau) in eorum proprietate, vel Comitia vel Advocatia, vel emere in eorum prejudicium alia bona a eoheredibus ipsorum, et precipue hec duo dimittemus in Treyse,