2. Die Gießener Burſchenſchafter der Jahre 1826 bis 1828, welche am 28. Juni 1828 nicht relegiert wurden. a) Aus dem Großherzogtum Heſſen:
33. Bogen, Johann Karl Ludwig, ſtud. jur. aus Michelſtadt, imm. 27. Oktober 1827, geb. daſelbſt 7. Juni 1809 als Sohn des Advokatus ordinarius und Kammerrats Georg Heinrich Bogen. Ver⸗ wickelt in die 1832 bis 1835 ſtattgehabten hochverräteriſchen und ſonſtigen damit in Verbindung ſtehenden verbrecheriſchen Unterneh⸗ mungen, wurde er 1835 zu einer Zuchthausſtrafe von acht Jahren verurteilt und am 7. Januar 1839 mit allen Verurteilten begnadigt. Nachdem er ſich an der politiſchen Erhebung des Jahres 1848 beteiligt hatte, damals noch heſſiſcher Gerichtsakzeſſiſt in Seligenſtadt, wurde er als Abgeordneter des Odenwaldes 1848 nach Frankfurt a. M. zum deutſchen Parlament gewählt. Nach deſſen Auflöſung und infolge der darauf in Heſſen eingetretenen Verhältniſſe wanderte Bogen nach Nord⸗Amerika aus und ließ ſich in Neu⸗Ulm(Staat Minneſota) als Rechtsanwalt nieder. Nach 1870/71 nochmals in ſeine deutſche Hei⸗ mat zurückgekehrt, ſtarb er im Jahre 1885 zu Neu⸗Ulm als Advokat und Herausgeber einer deutſchen Zeitung, der„Neu⸗Ulmer Poſt“.
34. Brodrück, Georg, ſtud. jur. aus Groß⸗Steinheim, imm. 7. Januar 1828, geb. daſelbſt 22. März 1809 als Sohn des Land⸗ gerichts⸗Aſſeſſors Franz Hubert Brodrück. Außere Umſtände führten es herbei, daß er die Studien nicht beendigen konnte und die Univer⸗ ſität vor abgelegtem Examen verließ. Er arbeitete dann auf ver⸗ ſchiedenen Gerichts⸗ und Notariatsgeſchäftszimmern in Oberheſſen und Rheinheſſen und trat anfangs der 1840er Jahre als Kammerſekretär in den Dienſt des Fürſten von Iſenburg⸗Büdingen. Hier wurde er nach einigen Jahren zum Kammerrat befördert und ſtarb 10. Februar 1891, nachdem er einige Jahre vorher in den Ruheſtand getreten war.
35. Bücking, Karl, ſtud. jur. aus Gießen, imm. 6. April 1827, geb. daſelbſt 14. Oktober 1809 als Sohn des Kaufmanns und Bür⸗ gers Johann Martin Ludwig Bücking, wurde 21. Mai 1841 Aſſeſſor ohne Votum und 3. Auguſt 1841 mit Votum in Schlitz, 29. Juli 1842 in Grünberg, 4. Januar 1848 in Gießen, 9. Mai 1855 Land⸗ richter in Laubach, 10. November 1857 in Butzbach, wo er 10. Sep⸗ tember 1866 ſtarb.


