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Dritte Jahrhundertfeier der Universität Gießen : Liederbuch für den Festkommers und den Abschiedsfrühschoppen / [Herausgeber: Großherzoglich Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen]
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Seite
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4. Nun aber sagt, ihr Leute, wie mag es wohl geschehn, dass gestern, morgen, heute wir stets zum Trinken gehn? usw.

5. Das kommt, ich wills euch sagen, nur vom Studieren her. Wer will sich damit plagen? Das Bier behagt uns mehr, usw.

6. Drum leben wir Studenten stets in den Tag hinein. Wär'n wir der Welt Regenten, sollt immer Festtag sein, usw.

XIII.

1. Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat um mitternächtige Stunde, dann findet unter den Edleren statt eine würdige Tafelrunde, es sind er- haben ob Raum und Zeit die Ritter von der Ge- mütlichkeit.

2. Und wie der Zapfen vom Fasse springt, so springt der Deckel vom Herzen, und was sich drinnen bewegt, das klingt in lustigen Liedern und Scherzen. Es sind dem freien Worte geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit.

3. Wenn einem trocken die Kehle ward und er durstig lechzt nach dem Nassen, so ist es dieser Ritter Art, dass sie ihn nicht sterben lassen. Es sind dem Wohle der Menschheit geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit.

4. Und wenn sich etliche Toren gar in trau- rigem Irrtum bekannten zu jener beklagenswerten Schar der Sekte der Flagellanten denen setzen zurecht den Kopf beizeit die Ritter von der Ge-

mütlichkeit.

5. Drum lebe hoch, das freie Wort, das frisch von den Lippen rinne! Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt und wer nicht verachtet die Minne; drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütlichkeit.

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