II.
1. Heil Dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands! Heil, Kaiser, Dir! Fühl' in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz, Liebling des Volks zu sein! Heil, Kaiser, Dir!
2. Heil, unserm Fürsten Heil Heil, Hessens Fürsten Heil! Ernst Ludwig Heil! Fühl' in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz, Liebling des Volks zu sein! Heil, Herrscher Dir!
Rede auf die akademischen Lehrer.
III.
Melodie:„Wohlauf, die Luft“
1. Vom Gleiberg schaut ins Lahnrevier der Herr der stolzen Veste:„Dies Hessenvolk, ich lob' es mir, verspricht es doch das Beste. Doch tief noch steckts in Sumpf und Wald, auf Bildung kanns nicht denken: man sollt ihm, mein ich, möglichst bald'ne hohe Schule schenken.“
2. Doch anders im Familienrat alsbald ward es beschlossen; solch ungestüme Fortschrittstat hätt allgemein verdrossen.„Mit Wissenschaft verseh'n die Welt der Kirche würd'’ge Diener: ein Kloster baut von eurem Geld für fromme Augustiner!“
3. Gesagt, getan: das Kloster stand, den Stiftern macht es Ehre, versorgte mit Kultur das Land und mancher guten Lehre. Indes der Mönche Bildungswerk sollt kurzen Ruhm geniessen, denn zwischen Glei- und Schiffenberg erwuchs das muntre Giessen.
4. Die Musenstadt, da war sie ja, man brauchte nur zu wollen! Das Gute lag auch hier so nah für jeden Einsichtsvollen: recht mitten drin im Weltverkehr, bequem im luft'gen Tale, und lieblich floss die Lahn daher wie Neckar, Main und Saale.
5. Talab noch mancher Tropfen rann— gut Ding will Weile haben!— dann brach die höh're Bildung an für Hessens wackre Knaben. In Deutsch- lands stolzen Hochschulchor trat spät die Giessner Schwester; selbst Marburg, leider, war ihr vor um dritthalb Schock Semester.


