Sonderabdruck aus dem Gießener Anzeiger(General⸗Anzeiger f. Oberheſſen) vom 14 2.1931.
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Giiekßen und ſeine Aniverſität.
Im Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtages wurde— wie wir im„Gießener Anzeiger“ Nr. 35 vom 11. Februar berichteten— bei der Beratung 7 des Etats der Landesuniverſität Gießen von einem Vertreter des Zentrums die Forderung erhoben, die Stadt Gießen müſſe für die lau⸗ fenden Bedürfniſſe der Aniverſität mehr als bis⸗’ her beiſteuern, da die Stadt z. B. durch die Ani⸗ A verſitätskliniken ein eigenes Krankenhaus er⸗ 4 1 ſpare. Dieſem Redner gegenüber wies ein an⸗
derer Abgeordneter des Zentrums darauf hin, daß Gießen ſehr viel für die Aniverſität getan habe, und zwar durch Gebäude⸗Erſtellung, Grundſtückshergabe uſw. Von einem Mitglied der Fraktion der Deutſchen Volkspartei wurde dieſer Verteidigung unſerer Stadt zugeſtimmt. Bereits Anfang April v. J. war in einer Sitzung des Finanzausſchuſſes des Landtages, 8 die damals in Gießen ſtattfand, von einem Land⸗ tagsabgeordneten behauptet worden, die Stadt Gießen mache für Zwecke der Landesuniverſität jährlich nur etwa 5000 Mark Aufwendungen. Da⸗ mals hat die Stadtverwaltung die Anrichtigkeit dieſer Behauptung an Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials einwandfrei nachgewieſen. Trotz 1 dieſer Aufklärungsarbeit iſt das Wiſſen um den wahren Sachverhalt leider noch nicht ſo weit in 4
. den Kreiſen des Landtages vorgedrungen, daß unſere Stadt nach der vorjährigen Erklärung
1 nun vor der ergeuten Verkennung ihrer wirklichen Leiſtungen für die Aniverſität geſchützt geweſen 8 wäre. Am den falſchen Arteilsbildungen über die finanzielle Anterſtützung der Ani⸗
verſität durch die Stadt Gießen den
Boden zu entziehen, haben wir uns an die Stadtverwaltung mit der Anfrage gewandt, in welchem Ausmaß unſer Gemeinweſen bisher der d Aniverſität hilfreich zur Seite geſtanden habe. Auf unſere Erkundigung erhielten wir von der Stadtverwaltung umfangreiches Zahlenmaterial, aus dem hier zur Aufklärung der Oeffentlichkeit folgendes hervorgehoben ſei.
Insgeſamt ſind von der Stadt Gießen in den
Jahren 1924 bis 1929 für Univerſitätszwecke 8
679 656,41 RM., im Durchſchnitt jährlich alſo 8
135,931 KM. aufgewendet worden. Betrachtet man die Einzelheiten dieſer Beihilfen, 1
ſo ergibt ſich nachſtehendes Bild: Bor Beginn der Inflationszeit 4 wurde die Aniverſität von der Stadt Gießen 3
mit Leiſtungen im Geſamtbetrage von
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