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Die Nationalökonomie als Unterricht- und Prüfungsgegenstand : Hinweise und Ratschläge / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften und Direktor des Staatswissenschaftlich-Statistischen Seminars
Entstehung
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I.

Allgemeine DVorbemerkungen.

Es wird als ein fortgeſetzter Übelſtand empfunden, daß viele Studierende das Studium der Nationalökonomie un⸗ zweckmäßig einrichten und namentlich die zu belegenden Vorleſungen und übungen nicht richtig auf die einzelnen Semeſter verteilen. Zum guten Teile liegt das daran, daß es an einem feſten Studienplan fehlt, und deswegen Viele ganz willkürlich die Vorleſungen belegen, namentlich gilt das von denjenigen, die einen Teil ihrer Studienzeit auswärts verbringen und erſt in den ſogenannten Examensſemeſtern die Landesuniverſität beziehen. Da fernerhin die Tatſache nicht aus der Welt geſchaffen werden kann, daß Manche in den ſog. Fuchsſemeſtern Vorleſungen belegen, aber nicht hingehen, ſo ent ſtehen für die Examensvorbereitung mancherlei Schwierigkeiten. Es kommen Kolliſionen mit andern Vorleſungen vor, und das Endergebnis iſt eine übereilte und lückenhafte Vorbereitung, der der Prüfungsausfall entſpricht. Für die Kandidaten des Forſtfachs iſt in dieſen Tagen eine neue Prüfungsordnung, die der Nationalökonomie größere Bedeutung zuſpricht, heraus gekommen, eine Änderung der juriſtiſchen Prüfungsordnung, die den nationalökonomiſchen Lehr⸗ und Prüfungsſtoff durch Hinzunahme der Finanzwiſſenſchaft als Examensfach ebenfalls erweitern ſoll, ſteht, wie ich glaube, mit ziemlicher Wahrſchein⸗ lichkeit in Ausſicht. Ich hätte am liebſten auch dieſe neue Prüfungsordnung abgewartet und dann erſt den vorliegenden