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zuwenden iſt. Das mit dem 1. Januar 1900 in Kraft getretene Bürger⸗ liche Geſetzbuch beruht in erheblichem Maße auf dem Einfluß des römiſchen Rechts; daher pflegt die Vorleſung über römiſches Recht vor der über das Bürgerliche Geſetzbuch und zwar im erſten Semeſter ge⸗ hört zu werden.
2. Die Vorleſung über deutſche Rechtsgeſchichte ſtellt die Geſchichte der Rechtsquellen, der Staatsverfaſſung, des Gerichtsweſens und des Strafrechts Deutſchlands dar. Es empfiehlt ſich, die Vor⸗ leſung im Beginn des Studiums zu hören.
3. Die Vorleſung über die Grundzüge des deutſchen Privatrechts ſoll die deutſchrechtlichen Grundlagen für das Ver⸗ ſtändnis des geltenden Rechts liefern. Sie geht in einzelnen Beziehungen über die Ziele einer rein propädeutiſchen Vorleſung hinaus; überwiegend wird ſie in der erſten Hälfte des Studiums(2. oder 3. Semeſter) gehört.
4. Bei den Vorleſungen über das Bürgerliche Geſetz⸗ buch iſt daran feſtzuhalten, daß Sachen⸗, Familien⸗ und Erbrecht erſt nach dem allgemeinen Teil und dem Recht der Schuldverhältniſſe mit Nutzen gehört werden können. Es iſt daher unbedingt erforderlich, das Studium des Bürgerlichen Geſetzbuches auf mehrere Semeſter zu verteilen.
5. Das Handelsrecht mit dem Wechſel⸗ und See⸗ recht ſetzt die Kenntnis der drei erſten Teile des Bürgerlichen Geſetz⸗ buches voraus.
III. Das öffentliche Recht behandeln folgende Vorleſungen:
Allgemeine Staatslehre, Staatsrecht, Verwaltungsrecht, Völkerrecht,
Kirchenrecht,
Strafrecht, Strafprozeßrecht, Zivilprozeßrecht, Konkursrecht.
Zuweilen wird von den Vorleſungen über Prozeß eine ſolche über Gerichtsverfaſſung abgezweigt.
Für die Reihenfolge der Disziplinen iſt folgendes zu beachten:
1. Verwaltungsrecht ſollte in der Regel nicht vor dem Staatsrecht gehört werden,
2. Zivilprozeß erſt nach dem Bürgerlichen Geſetzbuch. Über⸗ haupt empfiehlt es ſich, an das Studium des Zivilprozeſſes erſt in den letzten Semeſtern heranzutreten.


