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Offener Brief an Herrn Oberbürgermeister Mecum - Gießen / der Arbeitsausschuß des Eisenbahnkomitees zur Förderung des Bahnprojekts Wetzlar-Gladenbach-Biedenkopf-Battenberg
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Offener Brief

an heun Oberbürgermeister Mecum⸗Giess

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeiſter!

Ihre namens der Stadt Gießen in Sachen der Hinterland⸗ bahn unter dem 14. v. M. an den Herrn Miniſter der öffent⸗ lichen Arbeiten gerichtete Eingabe gelangte zu unſerer Kennt⸗ nis und die am Schluſſe darin gegebene Verſicherung, daß es der Stadt Gießen fern liege, eine Bahnverbindung zwiſchen Battenberg, Biedenkopf und Gladenbach nach Wetzlar hinter⸗ treiben zu wollen, veranlaßt uns, Ihnen und der Stadt Gießen für die hierin ſich ſpiegelnde kameradſchaftliche Ge⸗ ſinnung den Ausdruck unſeres verbindlichſten Dankes zu über⸗ mitteln. Dieſe Feſtſtellung erſcheint uns umſo erfreulicher und bedeutſamer, als gerade ein Vorkommnis der letzten Zeit das Vertrauen in das freundnachbarliche Verhältnis bedenklich zu erſchüttern drohte. Wie Sie ſelbſt, ſehr geehrter Herr Ober⸗ bürgermeiſter, in Ihrer an den Miniſter gerichteten Eingabe erwähnen, war zwiſchen Ihnen und den Herren Landräten der Kreiſe Biedenkopf, Marburg und Wetzlar verobredet wor⸗ dem die Stadt Gießen ſolle mit ihren Wünſchen bezüglich des Ausbaues einer Bahnverbindung nach d dem Hinterland noch ſo lange zurückhalten, bis die ſtaatliche Nebenbahn Wetzlar⸗ Biedenkopf geſichert ſei. Dafür war als Gegenleiſtung nach Erreichung dieſes Zieles tatkräftige Unterſtützung der Gießener Wünſche zugeſagt; Hand in Hand damit gingen noch einige andere vom Kreiſe Wetzlar der Stadt Gießen gemachte Zu⸗ geſtändniſſe. Das war um die letzte Jahreswende! Es mußte deshalb berechtigtes Aufſehen erregen und die Urſache einer tiefgehenden Beunruhigung der intereſſierten Kreiſe bilden, als im März Ifd. J. der Beigeordnete der Siadt Gießen, Herr Juſtizrat Grünewald, welchem die genannte Verabredung doch genau bekannt ſein mußte, nicht nur in einer an einem Sonntage in Rodheim ſtattgefundenen Ver⸗ ſammlung gegen die Beſtrebungen, eine Bahn Battenberg⸗ Wetzlar zu bauen, das Wort ergriff, ſondern auch in Gemein⸗ ſchaft mit dem Abgeordneten Urſtadt die dringende Anfrage an die heſſiſche Regierung richtete, welche Schritte ſie zu tun gedenke, um der der Stadt Gießen aus der neueren Entwick⸗ lung der Hinterlandbahnſache drohenden Gefahr zu begegnen. In dieſer ein längeres Schriftſtück bildenden Anfrage war

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uns vorgeſchlagenen Linienführung gelegenen Gemeinden. Jeder unbefangene mit dem Sachverhalt nicht näher vertraute Leſer muß dieſen Eindruck empfangen, während tatſächlich das überwiegende Hervortreten des Wunſches einer Bahnver⸗ bindung mit Gießen nur bei den Ortſchaften des Biebertale und vielleicht auch noch bei den öſtlich bezw. nordöſtlich des Dünsberges gelegenen Ortſchaften feſtgeſtellt werden kann, d. h. den Orten, welche an die von der Stadt Gießen ge⸗ wünſchte in öſtlicher Richtung von der von uns vertretenen Nord⸗Südverbindung abzweigende Seitenlinie zu lieg kämen. Um die Richtigkeit dieſer unſerer Auffaſſung zu be legen, bedarf es nur des Hinweiſes auf die in unſerer Denk ſchrift, Seite 8, mitgeteilte Tatſache, daß die Kreisausſchüſſe und Kreistage beider beteiligten preußiſchen Kreiſe E ſich ei! ſtimmig für die in der gemeinſamen Eingabe andel kammern Dillenburg und Wetzlar vom dezember! gelegten, mit den unſeren ſich deck das läßt jeden weiteren Beweis übe ſſig Und wenn weiter in dieſem Schriftſtück no daß es den Bemühungen der Landräte in Bi insbeſondere in Wetzlar gelungen ſei, die preußiſchen In zu bewegen, daß von der Durchführung einer Bahnl Gladenbach⸗Gießen abgeſehen und eine ſolche Gladenbach⸗ Wetzlar ins Auge gefaßt werde, ſo war das eine Behau tun die angeſichts der erwähnten zwiſchen Ihnen, ſehr gee hrte Herr Oberbürgermeiſter, namens der Stadt Gießen und d beteiligten Landräten getroffenen Abmachung völlig unver⸗ ſtändlich war. Daß hierüber namentlich in Wetzlarer Kreiſen eine hochgradige Erregung entſtehen mußte, bedarf wohl keiner beſonderen Erklärung, ebenſo, daß der erſte Eindruck die Vermutung eines Wortbruches auslöſte, eines Wortbruches, deſſen Urheber man als einen der Verwaltung der Stadt Gießen angehörenden Herrn natürlicherweiſe mit dieſer ſelbſt identifiziere. Wir wollen ruhig zugeben, daß die Ausführungen unſerer Denkſchrift, welche ſich gerade da⸗ mals unter der Preſſe befand, unter der Einwirkang dieſes Eindrucks noch in letzter Stunde eine etwas ſchärſere Schat⸗ tierung als urſprünglich beabſichtiat war, möchten 3 izuweiſen, daß 1 ſhe Vorkommnis

B. I. G. nicht das richtige uueweis vor. Iſt

geſagt, daß mit sverhandlungen

eßen ſich an der

ſt beteiligt habe.

pr geehrter Herr ten des Herrn an die Heſſiſche

ron Landrat in